Brüssel will Euro stärken

Der Dollar dominiert heute den Handel mit Öl und Gas, aber auch mit anderen Rohstoffen. Selbst europäische Unternehmen verrechnen ihren Handel untereinander oft in Dollar und setzen sich damit unnötigen Wechselkursrisiken aus. Das ist der EU-Kommission ein Dorn im Auge. Sie hat nun ein Paket von Massnahmen vorgelegt, mit dem die Rolle des Euro im Welthandel gestärkt werden soll, wie sie in einer Mitteilung schreibt. So will sie eine Konsultation über die stärkere Verwendung des Euro im Handel mit Öl, Raffinerieprodukten und Gas einleiten, aber auch mit den Akteuren im Agrar- und Nahrungsmittelsektor über eine vermehrte Verrechnung in Euro sprechen. Auch die Hersteller im Verkehrssektor sollen einbezogen werden. 

Die Massnahmen sollen die Autonomie Europas in einer globalisierten Welt stärken, wird Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici in der Mitteilung zitiert. „Eine breitere Nutzung des Euro in der Weltwirtschaft birgt erhebliche Potenziale, wenn es darum geht, die europäischen Bürger und Unternehmen besser vor externen Schocks zu schützen und die Widerstandsfähigkeit des internationalen Finanz- und Währungssystems zu erhöhen.“ Energiekommissar Miguel Arias Canete verweist auf die Marktmacht der EU: Mit Energieimporten in Höhe von 300 Milliarden Euro sei sie der grösste Nachfrager von Energieträgern weltweit. Valdis Dombrovskis, der für den Euro zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, sieht den Zeitpunkt für eine grössere Rolle des Euro in der Welt für gekommen: „Der Euro ist eine junge, aber erfolgreiche Währung. Es ist an der Zeit, dass der Euro nun auch weltweit mehr an Bedeutung gewinnt.“

Die EU-Kommission reagiert mit ihren Vorschlägen auch auf die politische Nutzung des Dollar durch die US-Regierung. So droht diese Unternehmen und Banken, die sich nicht an ihre Sanktionen gegen den Iran halten, mit dem Ende des Zugangs zur Dollarversorgung. stk