Bruch mit EU ist grösstes Risiko für die ETH

15. April 2019 13:38

Zürich - Wenn die Schweiz nicht mehr Teil des Europäischen Forschungsprogramms ist, dann leidet der Ruf ihrer Hochschulen, sagen die Präsidenten der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in einem Interview. Schon jetzt sei die Beteiligung an Forschungsnetzwerken zurückgegangen.

Der Ausschluss der Schweiz aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon Europe ist aus Sicht von Martin Vetterli das grösste Risiko für die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen. „Als wie gut eine Hochschule in Europa bewertet wird, hängt sehr stark von der Vergabe von Forschungsgeldern des Europäischen Forschungsrates ab“, sagt der Präsident der ETH Lausanne in einem gemeinsamen Interview mit Joël Mesot, Präsident der ETH Zürich, mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Wenn die Schweiz nicht mehr Teil des Programms sei, wirke sich das schnell auf den Ruf aus. 

Mesot verweist auf die Erfahrungen nach der Aussetzung der Schweizer Teilnahme als Folge der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hin. Nach 2014 sei die Beteiligung der Schweiz an internationalen Forschungsnetzwerken zurückgegangen. „Wir sind kein verlässlicher Partner mehr“, so auch Vetterli. Bilaterale Forschungsabkommen etwa mit Grossbritannien seien keine ausreichende Alternative.

Die beiden ETH-Präsidenten sehen auch Risiken in der Schweiz selbst. So werde die Autonomie des ETH-Bereichs schleichend abgebaut. „Durch die Konsolidierungsprogramme des Bundes wird unser Budget reduziert“, sagt Mesot. „Wir bekommen zwar das meiste Geld zurück, aber in Form von Aufträgen, die an bestimmte Zwecke gebunden sind. Darunter leidet zum Beispiel die Grundlagenforschung.“ stk

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