Brexit treibt Entwickler in die Schweiz

Der Austritt Grossbritanniens aus der EU tritt erst am 29. März um 23 Uhr in Kraft, aber seine Folgen sind bereits jetzt zu spüren. Immer mehr Unternehmer beklagen die zunehmende Unsicherheit. Einer von ihnen, ein IT-Unternehmer, hat nun die Konsequenzen gezogen und ist mit seinem Unternehmen in die Schweiz gezogen, wie der „Guardian“ in einem Bericht schreibt. Der 42-Jährige war 2005 aus dem ehemaligen Jugoslawien nach London gekommen, arbeitete erst für ein Digitalstudio und gründete dann ein eigenes Unternehmen. „Das Leben war grossartig.“ Für seine Produkte – Lernapps und Spiele – konnte er viele Kunden gewinnen, vor allem in den USA, darunter auch Apple. Mit dem Brexit-Referendum habe sich alles geändert. Die generelle Unsicherheit und die Währungsschwankungen hätten sein Unternehmen beschädigt, so der IT-Unternehmer. Das schwache Pfund habe es unmöglich gemacht, seine Zulieferer in Rumänien und Indien zu bezahlen. Zudem sei die Insel jetzt „in sinnlosem Stammesdenken gefangen“.

Daher habe er beschlossen, mit seiner Familie in die Schweiz zu ziehen und sein Unternehmen von hier aus zu führen. Die Offenheit in der Schweiz für Unternehmen habe sich wohltuend von der Stimmung in Grossbritannien abgehoben. Die Neuzuzüger in seiner Stadt in der Deutschschweiz würden vom Stadtpräsidenten eingeladen, ihnen würde die Stadt gezeigt. „Wenn die Einwanderung ein Problem wäre, dann wäre die Schweiz das ärmste Land der Welt“, sagt er mit dem Verweis auf den Ausländeranteil von 25 Prozent.

Er sei bei weitem nicht der einzige Unternehmer, der aus Grossbritannien in die Schweiz gezogen sei. „Die Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber die Unterschiede zum Nach-2016-Grossbritannien sind riesig.“ In Grossbritannien scheine sich niemand um die kleineren und mittleren Unternehmen und ihre Alltagssorgen zu kümmern. stk