Börse trotzt EU-Sanktionen

02. August 2019 14:25

Zürich - Die Aberkennung der Börsenäquivalenz hat dem Schweizer Börsenhandel nicht geschadet. Im Gegenteil, der Juli war für die Schweizer Börse SIX der umsatzstärkste seit Jahren. Hintergrund ist eine Lücke im Börsenrecht, die vom Bundesrat ausgenutzt wurde.

Mit der Aberkennung der Börsenäquivalenz per 1. Juli wollte die EU die Schweiz für ihr zögerliches Vorgehen beim Rahmenabkommen sanktionieren, erläutert Charlotte Jacquemart in einem Beitrag auf dem Portal vom „SRF“. Geplant war, EU-Börsenhändlern zu untersagen, Aktien Schweizer Unternehmen an der SIX in Zürich zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Plan B des Bundesrats hat den Vorstoss der EU jedoch in sein Gegenteil verkehrt. Eine Lücke im Börsenrecht nutzend dürfen Schweizer Aktien seit dem 1. Juli nur noch am Heimmarkt Schweiz gehandelt werden.

Im Ergebnis sei der Handel „im ersten Monat ohne die Börsenanerkennung der EU gut gelaufen“, erläutert SIX-Sprecher Julian Chan im Beitrag. Während die Handelsumsätze normalerweise im Juli ferienbedingt hinter den Juni zurückfielen, seien die Zahlen in diesem Juli „im Vergleich zum Vormonat rund 20 Prozent höher“ ausgefallen, wird Chan dort zitiert.

Vor Inkrafttreten der EU-Sanktion sei „rund jede dritte Schweizer Aktie an einer Börse in der EU gehandelt worden“, heisst es im Beitrag weiter. „Dieses Volumen haben die EU-Börsen nun an die Schweizer Börse verloren.“ Die SIX sei jedoch stark daran interessiert, wieder als Börse von der EU anerkannt zu werden, stellt Chan gegenüber „SRF“ klar. „Die Äquivalenz bleibt wichtig für den Schweizer Finanzplatz, damit Schweizer Aktien an verschiedenen Märkten gehandelt werden können, zum Beispiel an anderen Börsen in Europa.“ hs

Mehr zu Finanzdienstleistungen

Aktuelles im Firmenwiki