Besserverdiener können sich besser vor Lärm schützen

16. August 2022 13:14

Zürich - Menschen mit höherem Einkommen können sich in ihren Wohnungen besser gegen Lärm schützen. Dadurch sind finanziell besser Gestellte weniger lärmbedingten Gesundheitsrisiken ausgesetzt, wie zwei internationale Studien unter der Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich zeigen.

Die objektive Lärmbelastung von Stadtbewohnern ist unabhängig vom Einkommen relativ gleich verteilt. Zu diesem Ergebnis kommen laut einer Medienmitteilung zwei Studien unter der Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der britischen Universität Warwick. Für die beiden Studien befragten die Forschenden 7500 zufällig ausgewählte Bürger der Städte Bern, Zürich, Hannover und Mainz nach ihrem persönlichen Lärmempfinden. Dieses setzten sie in Beziehung zur objektiv gemessenen Lärmbelastung am Wohnort sowie der Grösse und Ausstattung der Haushalte.

Dabei fanden sie heraus, dass es kaum einen Zusammenhang zwischen der objektiv gemessenen Lärmbelastung eines Haushalts und dem Einkommen der Bewohner gibt. Tatsächlich wohnen Menschen mit höherem Einkommen häufig „in lauten, aber attraktiven Quartieren wie zum Beispiel verkehrsreichen Innenstädten“, wie dem Zürcher Kreis 5.

Subjektiv ist ihr Lärmempfinden dennoch geringer. Denn „wer gut verdient, kann sich eine grössere Wohnung leisten und muss das Schlafzimmer nicht zur Strassenseite legen“, wird Andreas Diekmann, Studienleiter und ​Soziologe an der ETH, in der Medienmitteilung zitiert. Zudem hätten teurere Wohnungen oft auch besser isolierte Fenster.

Den Angaben zufolge ist die Hälfte der Bewohner von Schweizer Grossstädten Krach oberhalb der empfohlenen Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation und damit Gesundheitsrisiken wie Schlafstörungen, erhöhtem Blutdruck sowie Herz-​Kreislauferkrankungen ausgesetzt. Die Stadtpolitik müsste daher lärmdämpfenden Massnahmen eine hohe Priorität einräumen, so die Autoren. ko

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