Bergsonne liefert Winterstrom

01. November 2018 12:22

Zürich/Winterthur - Seit rund einem Jahr wird auf der Totalp die Produktion von Solarstrom in den Bergen getestet. Eine erste Auswertung zeigt, dass sich mit Photovoltaik hier auch in Wintertagen viel Strom produzieren lässt.

Die Testanlage auf der Totalp bei Davos ist ein Gemeinschaftsprojekt der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), informiert der kantonale Energieversorger in einer Mitteilung. Bis maximal 2022 sollen die Daten von 20 Solarmodulen mit unterschiedlichem Neigungswinkel Aufschluss über die Maximierung von Stromerträgen aus alpinen Photovoltaikanlagen geben. Solarexperten gehen davon aus, dass Anlagen in den Bergen höhere Erträge liefern können als entsprechende Einrichtungen im Flachland. Sie stützen sich dabei auf eine höhere Einstrahlungsintensität und weniger Nebel in Höhenlagen. Zudem kann auch das vom Schnee reflektierte Sonnenlicht genutzt werden.

Ein erster Zwischenbericht wurde für die Daten aus der Zeit von Oktober 2017 bis Mai 2018 erstellt. „Diese ersten Ergebnisse bestätigen unsere Berechnungen und Simulationen vollumfänglich, was uns sehr freut“, wird EKZ-Projektleiter und Photovoltaikexperte Danilo Grunauer in der Mitteilung zitiert. Ihr zufolge haben die beidseitig aktiven Module im Berichtszeitraum „einen Ertrag erwirtschaftet, der höher ist als der durchschnittliche Jahresertrag einer Photovoltaikanlage im Mittelland“. Auch sei insbesondere der Winterstrom wichtig, erläutert Jürg Rohrer, Professor und Leiter der Forschungsgruppe Erneuerbare Energien. Denn dann brauche es „besonders viel Strom und die Schweiz muss ihn zum Teil importieren“. hs

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