Bei Nachhaltigkeit stimmt Richtung, aber nicht das Tempo

13. Juli 2022 12:26

Bern - Die Schweiz hat vor den UNO-Mitgliedsstaaten ihren zweiten Länderbericht über den aktuellen Status ihrer Nachhaltigkeitsziele bis 2030 vorgetragen. In einigen Bereichen ist sie bereits weit fortgeschritten, in anderen innen- und aussenpolitisch ungenügend auf Kurs.

Will die Schweiz ihre Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen, muss sie an Tempo zulegen. Das hat Jacques Ducrest als Delegierter des Bundesrats für die Agenda 2030 bei der offiziellen Präsentation des zweiten umfassenden Länderberichts der Schweiz vor den UNO-Mitgliedsstaaten in New York unterstrichen.

Grundlage dafür sind die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) der UNO samt ihrer 169 Unterziele. Bei der Digitalisierung ihres gesamten Agenda 2030-Prozesses leiste die Schweiz laut einer Medienmitteilung Pionierarbeit. Diese liefert die Grundlage für den Länderbericht und für den Überblick über den Stand der Entwicklungen auf einer eigens eingerichteten Internetseite. Derzeit prüfe die UNO, ob das auch ein Modell für andere Mitgliedsstaaten darstellen kann.

Bei den Nachhaltigkeitszielen hinsichtlich Bildung, Gesundheit und Gewährleistung rechtsstaatlicher Institutionen ist die Schweiz laut dem Bericht bereits weit fortgeschritten. Bei der Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion hingegen gehört sie wegen des hohen Verbrauchs an Ressourcen zu den Schlusslichtern Europas.

Hinsichtlich der erneuerbaren Energien geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Doch der Handlungsdruck bleibt der Mitteilung zufolge hoch, um bis 2050 eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen. Auch die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist noch keine Realität.

Wie Bundespräsident Ignazio Cassis in seiner Grussbotschaft an die UNO betonte, könne es ohne den Einbezug der Gesellschaft als Ganzes keine nachhaltige Entwicklung geben. Deshalb würden Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie von Kantonen und Gemeinden in die Umsetzung der Agenda 2030 einbezogen. mm

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