Bauernverband fordert einheitliche Agrarstrategie

03. Januar 2020 13:53

Brugg AG - Der Schweizer Bauernverband spricht sich gegen die Initiativen für sauberes Trinkwasser und eine Schweiz ohne synthetische Pestizide aus. Auch würden diese durch das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten konterkariert. Der Bund solle eine klare Strategie vorgeben.

Die Schweizer Landwirtschaft stehe vor einem Schicksalsjahr, schreibt der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung. Im einzelnen werden dort die Botschaft zur Agrarpolitik 22+, das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und die beiden 2020 zur Abstimmung anstehenden Volksinitiativen für sauberes Trinkwasser und für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide thematisiert.

Sollten die auf biologische Landwirtschaft zielenden Initiative zum Pestizidverbot Erfolg haben, werde die inländische landwirtschaftliche Produktion massiv zurückgehen und der Import konventioneller landwirtschaftlicher Produkte steigen, prognostiziert der SBV. Er will sich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln lieber am von den Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben (WAK) ausgearbeiteten Absenkpfad orientieren. Die bei den Direktzahlungen ansetzende Trinkwasserinitiative wird laut SBV im Erfolgsfall hingegen zu kontraproduktiven Alternativstrategien führen. Der Verband will daher „die Bevölkerung von einem doppelten Nein überzeugen“.

Das von der Schweiz angestrebte Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten sehe bei Nachhaltigkeit und Tierschutz hingegen Konzessionen für in Südamerika produzierte Lebensmittel vor, „welche die eigene, unter ganz anderen Auflagen produzierende Landwirtschaft empfindlich schwächt“, schreibt der SBV weiter. In der Botschaft zur Agrarpolitik 22+ versuche der Bund dann „allen widersprüchlichen Anforderungen an die Landwirtschaft“ gerecht zu werden. Dies könne nicht gelingen, prognostiziert der SVB. Er fordert den Bundesrat dazu auf, sich für „eine klare Strategie“ zu entscheiden und diese „konsequent“ zu verfolgen. hs

Aktuelles im Firmenwiki