Basel präsentiert sich als digitales Zentrum

04. September 2019 09:49

Basel - Am Digitaltag hat auch die Region Basel ihre Stärken im Bereich der Digitalisierung verdeutlicht. In dem Life-Sciences-Zentrum spielt die Digitalisierung auch im Bereich der personalisierten Medizin eine besondere Rolle, wie ein Interview mit dem Vizerektor der Universität Basel zeigt.

Der Digitaltag Region Basel ist als Teil des schweizweiten Digitaltages durchgeführt worden. Organisiert wurde er von der Standortförderorganisation BaselArea.swiss, den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie der Handelskammer beider Basel (HKBB), wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Zahlreiche Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen haben sich dabei am Bahnhof SBB in Basel präsentiert und ihre Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle von Start-ups als Beschleuniger für die Digitalisierung, die in einem entsprechenden Themenbereich in den Fokus gerückt wurde. Darüber hinaus konnte die Bevölkerung Fragen an Experten stellen. So konnte beispielsweise das Thema Datenschutz behandelt werden. Dieses ist für die Region Basel auch im Hinblick auf deren Status als Life-Sciences-Zentrum besonders wichtig, da es in der personalisierten Medizin relevant ist. „Die Bevölkerung muss darauf vertrauen können, dass wir mit den Daten verantwortungsvoll umgehen“, heisst es folgerichtig in einem von der Universität Basel geführten Interview mit Torsten Schwede, dem Vizerektor Forschung und Vorsitzendem des Scientific Expert Board des Swiss Personalized Health Network (SPHN).

Schwede erklärt, warum es so wichtig ist, eine nationale Dateninfrastruktur zur Förderung der personalisierten Medizin aufzubauen, ein Projekt welches vom Bund mit 68 Millionen Franken finanziert wird: „Im Gesundheitsbereich erzeugen wir heute eine Vielzahl an Daten, die wissenschaftlich, medizinisch und gesellschaftlich relevant sein könnten. Die meisten davon sind zwar digital erfasst, werden aber in verschiedensten Formaten erstellt und auf unterschiedlichsten Systemen verteilt gespeichert, so dass sie daher nicht sinnvoll genutzt werden können.“ Der sichere Austausch von Daten und die Vergleichbarkeit der Daten stellen nach Meinung von Schwede angesichts der unterschiedlichen Gesundheitssysteme in den 26 Kantonen die grössten Herausforderungen dar.

Wenn diese Probleme überwunden sind, kann der Patient von einem Abgleich grosser Datenmengen profitieren, indem beispielsweise frühzeitig erkannt wird, dass dieser Patient ein bestimmtes Medikament nicht verträgt. Dabei konzentriert sich die nationale Initiative SPHN nicht nur auf die Onkologie, sondern auch auf andere Bereiche. „Das Universitätsspital Basel leitet zum beispielsweise die Personalized Swiss Sepsis Studie, die mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz vorhersagen möchte, welche Patienten auf einer Intensivstation mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Blutvergiftung bekommen“, erläutert Schwede. jh

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