Bankiervereinigung kritisiert Negativzinsen

13. September 2019 13:20

Bern - Negativzinsen benachteiligen Schweizer Banken im internationalen Wettbewerb, meint die Schweizerische Bankiervereinigung. Sie warnt vor einer weiteren Zinssenkung und fordert insgesamt eine Abkehr von der Negativzinspolitik.

Nach den Angaben der Schweizerischen Bankiervereinigung zahlen Schweizer Banken jährlich mehr als 2 Milliarden Franken Negativzinsen. Dies entspricht rund 5 Prozent ihrer Bruttozinserträge. Das andauernde Negativzinsregime benachteilige die Schweizer Banken im internationalen Wettbewerb, schreibt die Bankiervereinigung in einer Mitteilung.

Banken in der Eurozone und in den USA würden dagegen subventioniert. Den Angaben der Bankiervereinigung zufolge erhalten allein Banken in den USA diesem Jahr durch die US-Notenbank schätzungsweise 30 Milliarden Dollar an risikofreiem Zinsertrag.

Nach Ansicht der Bankiervereinigung bewirken Negativzinsen auch „strukturelle Schäden für die Schweizer Volkswirtschaft und Nachteile für die Bürgerinnen und Bürger“. So führen sie zu finanziellen Blasen und schädigen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft. Denn mit den anhaltend tiefen Zinsen würden unrentable Unternehmen künstlich am Leben erhalten. Zudem werde die Altersvorsorge gefährdet.

Die Bankiervereinigung warnt in ihrer Mitteilung von einer erneuten Zinssenkung. Dies würde die Problematik weiter verschärfen. Je länger das Negativzinsregime andauere und je höher der strukturelle Schaden für die Schweiz ausfalle, desto dringlicher werde die Frage, ab wann bei den Negativzinsen Gegensteuer gegeben werden müsse, mahnt der Bankiervereinigung. ssp

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