Banken sollen Corona-Konkursen vorbeugen

09. September 2020 13:14

Basel - Herbert Scheidt lobt das Corona-Kreditprogramm. Die Krise laste aber dennoch schwer auf der Wirtschaft, so der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Der Verband will deshalb Empfehlungen ausarbeiten, um Konkurse von Firmen zu vermeiden.

Die Wirtschaft kann sich in der Corona-Krise auf die Banken verlassen, sagte Herbert Scheidt, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), bei der Jahresmedienkonferenz des Verbands am Dienstag. Er lobte dabei auch die schnelle und unbürokratische Umsetzung des KMU-Kreditprogramms. Auch die SBVg habe als zentrale Koordinationsstelle zwischen den involvierten Behörden und den teilnehmenden Banken eine wichtige Rolle eingenommen.

Allerdings sei die Corona-Krise noch nicht überstanden. Es gelte nun, Konkurse von Unternehmen nach Möglichkeit zu vermeiden, hält die SBVg in einer Mitteilung fest. Dabei müssen sich kreditgebende Banken und die KMU bestmöglich koordinieren. Dies verschaffe den betroffenen Unternehmen Zeit, um notwendige Restrukturierungs- und Sanierungsmassnahmen einzuleiten. Die SBVg arbeite nun gemeinsam mit der Branche an Empfehlungen zum Umgang der Banken mit möglichen Insolvenzen.

„Wettbewerbsfähige Banken und ein stabiler Finanzplatz sind eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Wirtschaft“, hob Scheidt in seiner Rede hervor. Finanzmarktstabilität erfordere dabei mehr als Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften für die Banken. Insgesamt brauche es ein breiteres und damit neues Verständnis über die Finanzmarktstabilität. Sie beruhe nämlich auf wichtigen Pfeilern wie etwa Pandemierisiken, Klimarisiken oder Cyberrisiken im Zuge der Digitalisierung. ssp

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