Banken fürchten Cyber-Risiken und Klimawandel

18. Dezember 2019 09:38

Zürich - Banken sorgen sich am meisten um die Sicherheit ihrer Daten und Systeme. Zudem stehen Kreditrisiken im Fokus, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Das sind Ergebnisse der weltweiten Studie „Global Bank Risk Management“.

Risikomanager der weltweit wichtigsten Banken fürchten zunehmend politische und technologische Risiken. Die grösste Gefahr stellen aus ihrer Sicht Cyber-Angriffe dar. Noch vor fünf Jahren habe es dieses Thema laut einer Medienmitteilung nicht einmal unter die Top Ten geschafft. Auf Platz zwei folgen Kreditrisiken vor Digitalisierung und Fehlverhalten. Das geht aus der Studie „Global Bank Risk Management“ hervor. Sie wurde zum zehnten Mal von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in Zusammenarbeit mit dem Institute of International Finance (IIF) durchgeführt. Befragt wurden Chief Risk Officers von 94 Grossbanken aus 43 Ländern. 

„Die Risikolandschaft für Banken hat sich in den vergangenen Jahren eindeutig verändert“, kommentiert André Dylan Kohler, Partner und Head Financial Services Risk Management von EY Schweiz. „Ging es während und nach der Finanzkrise in erster Linie noch darum, finanzielle Herausforderungen wie Kreditausfälle zu bewältigen und die Liquidität zu sichern, stehen heute immer mehr Themen, die mit dem technologischen und politischen Umfeld der Banken zu tun haben, im Fokus. Hinzu kommt das Thema des Klimawandels.“

52 Prozent der befragten Banken-Risikomanager rechnen damit, dass sich Umwelt- und Klimaaspekte in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Risiken für Banken entwickeln werden. Doch noch seien die Datenquellen zum Modellieren und Managen der Risiken erst im Entstehen begriffen. Allerdings sehen auch mehr als 45 Prozent zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten durch einen erhöhten Finanzbedarf von Unternehmen im Rahmen der Transformation hin zu einer CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft.

Vier von fünf Befragten konstatieren eine steigende Bedeutung politischer Risiken. Im Zentrum stehen dabei der Handelskonflikt zwischen den USA und China und mögliche Cyber-Kriege. Weltweit würden Unternehmen und Banken zunehmend mit Embargos und Sanktionen konfrontiert. Daher müssten die Risikomanagement-Teams Frühwarnsysteme entwickeln, so Kohler. mm

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