(Bild: Glencore)

Banken finanzieren klimaschädliche Energieträger

14. Juni 2016 14:37

Nijmegen - Die westlichen Grossbanken finanzieren immer noch klimaschädliche Energieträger mit Milliardeninvestitionen. So ermöglichen die Deutsche Bank, die Credit Suisse und die UBS noch immer die Förderung und Verbrennung von Kohle, zeigt ein Bericht von Umweltorganisationen.

Westliche Grossbanken finanzieren noch immer massiv die Förderung und die Verbrennung von fossilen Energieträgern und unterlaufen damit die Erfüllung des Pariser Abkommens zum Klimaschutz. Das zeigt ein gemeinsamer Bericht der im niederländischen Nijmegen ansässigen Organisation BankTrack mit dem Rainforest Action Network, dem amerikanischen Sierra Club und Oil Change International. Der siebte Jahresbericht „Shorting the Climate: Fossil Fuel Finance Report Card 2016“ untersucht die Tätigkeit von 25 Banken in den USA, Europa und Kanada in dem Bereich. 

Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Banken im vergangenen Jahr insgesamt 42,39 Milliarden Dollar in Unternehmen gesteckt haben, die in der Ölförderung tätig sind. Spitzenreiter ist hier die Deutsche Bank mit 6,73 Milliarden. Aber auch die Credit Suisse hat in diesen Bereich 1,98 Milliarden Dollar investiert, die UBS 1,16 Milliarden. In Kohlekraftwerke wurden sogar insgesamt 154 Milliarden Dollar investiert. Hier ist zwar die amerikanische Citigroup mit 24,06 Milliarden Dollar Spitzenreiter. Aber auch die Deutsche Bank hat 6,19 Milliarden Dollar investiert, die Credit Suisse 5,14 Milliarden und die UBS 4,35 Milliarden. Wenn die Investitionen in diesem Umfang anhielten, dann würde bereits Ende 2017 das Ziel ausser Reichweite geraten, den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad zu begrenzen.

Das gilt erst recht für die Förderung von Öl in schwer erschliessbaren Förderstätten, das sogenannte „Extremöl“. Doch hier greifen die Banken mit 307 Milliarden Dollar noch tiefer in die Taschen. Spitzenreiter ist hier JPMorgan Chase mit 37,77 Milliarden Dollar. Die Deutsche Bank kommt auf 14,55 Milliarden, die Credit Suisse auf 4,86 Milliarden und die UBS auf 4,43 Milliarden Dollar.

Laut dem Bericht haben die meisten Banken immerhin begonnen, ihre Aktivitäten im Bereich fossile Energieträger einzuschränken. Sie trügen aber immer noch nicht den Ergebnissen des Pariser Klimaabkommens Rechnung. Keine der 25 Banken zieht sich ganz aus der Finanzierung der fossilen Energieträger zurück. stk

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