Axpo will wieder wachsen

17. Dezember 2018 15:50

Baden - Axpo hat die Phase der Konsolidierung hinter sich und kann nun wieder profitabel wachsen, sagt CEO Andrew Walo in einem Interview. Das Unternehmen brauche aber zusätzliches Kapital.

Axpo habe in Zeiten des Wandels die richtigen Massnahmen ergriffen, sagt CEO Andrew Walo in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Das Unternehmen habe diversifiziert, internationalisiert und innerhalb von fünf Jahren insgesamt 730 Millionen Franken gespart. „Die Phase der Konsolidierung liegt nun hinter uns. Jetzt sind wir bereit für profitables Wachstum.“ Axpo wolle insbesondere das Geschäft mit den erneuerbaren Energien und diejenigen Geschäftsfelder ausbauen, die unabhängig von den Strompreisen sind. 

„Aber dafür brauchen wir zusätzliches Kapital“, so Walo. Allerdings liege das Projekt, Axpo Solutions zu verkaufen, in der Schublade. Die Trennung des Geschäftsbereiches vom Gesamtunternehmen wäre teurer als erwartet gewesen, die Bewertung durch Investoren dagegen niedriger. 

Walo hat auch Erwartungen an die Politik. So begrüsst er die Bildung einer Speicherreserve, wie sie in der Revision des Stromversorgungsgesetzes vorgesehen ist. Allerdings solle der Preis gemäss den Marktkonditionen gesetzt werden und keine Obergrenze erhalten. Auf die angekündigte vollständige Öffnung des Strommarktes sei das Unternehmen vorbereitet. Die Zentralschweizer Tochtergesellschaft CKW würde im Falle einer Öffnung ihr Geschäft ausbauen können.

Der fehlende Zugang zum EU-Strommarkt tut der Axpo weh. Sie verfüge zwar mit dem Pumpspeicherwerk Limmern über ein hochflexibles Werk, könne aber wegen des fehlenden Strommarktabkommens mit der EU ihre Dienstleistungen nicht in Süddeutschland anbieten. „Weil uns der Netzanschluss in Deutschland fehlt, werden wir von diesem Markt ausgeschlossen.“

Walo kritisiert auch die Energiestrategie. Wenn die Kernkraftwerke in den nächsten Jahren abgestellt werden, werde es in den Winterhalbjahren „schon spannend sein, ob genügend erneuerbare Energie produziert werden kann, um das zu kompensieren“. Auch andere Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien wollten Strom importieren. „Irgendjemand müsste eine Exportstrategie haben, doch dieses Land habe ich noch nicht gefunden.“ stk

Aktuelles im Firmenwiki