Axa steigt aus der Vollversicherung aus

11. April 2018 14:05

Winterthur - Axa Schweiz wird keine Vollversicherungen mehr anbieten. Kunden sollen von tieferen Risikoprämien profitieren. Dies werde tiefgreifende Veränderungen in der gesamten Branche verursachen, vermutet Avenir Suisse. Allianz Suisse hält am Vollversicherungsgeschäft fest.

„Anhaltend tiefe Zinsen, eine zunehmende Umverteilung zulasten der Berufstätigen und ein enges Anlagekorsett führten bei der Vollversicherung in den letzten Jahren zu einem immer unvorteilhafteren Preis-Leistungs-Verhältnis für die Firmen und ihre Angestellten“, schreibt die Axa in einer Mitteilung. Die Schweizer Versicherungsgesellschaft wird deswegen in Zukunft nur noch teilautonome Versorgungen anbieten. „Teilautonome Lösungen sind für unsere Kunden unter den veränderten Rahmenbedingungen flexibler, fairer und attraktiver“, wird Fabrizio Petrillo, CEO der Axa Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Mit der Umstellung können wir im Bereich der beruflichen Vorsorge wieder wachsen und den Schweizer KMU auch in Zukunft als starker Partner zur Seite stehen.“ 

Der Rückzug von Axa aus der Vollversicherung werde „tiefgreifende Veränderungen“ in der gesamten Branche auslösen, schreibt Jérôme Cosandey  in einem Beitrag auf dem Portal von Avenir Suisse. Der Senior Fellow der Denkfabrik kritisiert, dass „dieser unternehmerische Entscheid nicht primär vom Kundenwunsch getrieben, sondern durch die Untätigkeit der Politik verursacht“ wurde. Cosandey fordert insbesondere, „die Problematik der zu hohen Umwandlungssätze“ zu lösen. 

Die Allianz Suisse hingegen wird weiterhin am Geschäft mit Vollversicherungen festhalten. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen wollen und können die Anlagerisiken in der beruflichen Altersvorsorge häufig nicht selbst tragen“, erläutert Monika Behr, Leiterin Leben der Allianz Suisse, in der entsprechenden Mitteilung des Unternehmens. Die Vollversicherung bleibe daher „ein wichtiger Pfeiler unseres Angebots“. hs

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