Avenir Suisse stellt Kantonale Agrarpolitik auf den Prüfstand

24. Juli 2020 11:59

Zürich - Die Denkfabrik Avenir Suisse hat erstmalig den kantonalen Agrar-Index erstellt. Darin werden Subventionierungsgrad und die Effizienz des Vollzugs eines Kantons gegenübergestellt. Kritisiert wird die oft überdimensionierte Agrarbürokratie.

Die Landwirtschaftspolitik in den Schweizer Kantonen ist erwartungsgemäss sehr unterschiedlich strukturiert. So weist der Spitzenreiter im neuen Agrar-Index von Avenir Suisse, der Kanton St.Gallen, das beste Verhältnis zwischen der hohen Effizienz des Vollzugs und dem niedrigen Grad der Subventionierung auf. „Kein anderer Kanton schafft es mit so tiefem Personalaufwand, die Verwaltungsaufgaben für die Landwirtschaftspolitik wahrzunehmen“, heisst es in der Medienmitteilung von Avenir Suisse.

Der als Landwirtschaftssektor schlechthin geltende Kanton Bern liegt in diesem Vergleich auf dem zweiten Platz. Den erreicht er durch eine restriktive Ausgabenpolitik, obwohl er grösster Empfänger von Transfers für die Landwirtschaft ist. Auf Bern folgt der für seine Viehmast bekannte Kanton Luzern, der sich durch Spitzenwerte beim effizienten Vollzug auszeichnet.

Zwar werden die richtungweisenden Entscheidungen in der Landwirtschaftspolitik auf Bundesebene beschlossen. Aber den Kantonen bleibt ein gewisser Spielraum bei der Umsetzung und beim Einsatz der Transfermittel. Mit 3,9 Milliarden Franken bestreitet der Bund den Grossteil der Ausgaben. Kantone und Gemeinden ergänzen dies mit mehr als 500 Millionen Franken jährlich. Mit 233 Millionen Franken wird rund die Hälfte dieser Ausgaben für den Vollzug benötigt. Und hier sieht die Analyse oft zu viel Bürokratie mit zu hohen Kosten. Die Beamtendichte kann sich zwischen den Kantonen um das Zehnfache unterscheiden. „Der bereits beträchtliche administrative Aufwand der Bauern wird teilweise durch eine ebenso weitläufige Agrarbürokratie ergänzt“, stellt die Analyse fest und kommt zu dem Fazit: „Die Redimensionierung der Agrarbürokratie würde nicht nur den kantonalen Steuerzahler entlasten, sondern auch den Landwirten den nötigen Freiraum geben, um eine produktive Agrarwirtschaft mit Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.“

Die unabhängige Denkfabrik Avenir Suisse wird von mehr als 160 Firmen und Privatpersonen aus allen Branchen und Regionen der Schweiz getragen. gba 

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