Avenir Suisse plädiert für pragmatischen Umgang mit China

01. Juni 2022 13:05

Zürich - Eine neue Studie von Avenir Suisse lotet die Abhängigkeiten der Schweiz von Grossmächten aus und zeigt Optionen für den Umgang des Landes mit China auf. Dabei plädiert die Denkfabrik für einen pragmatischen Umgang mit dem wichtigen Handelspartner.

Aufgrund der Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine sei die Schweiz gut beraten, ihr Verhältnis zu China sachlich zu prüfen, leitet Avenir Suisse eine Mitteilung zu ihrer aktuellen Studie „Navigieren in unruhigen Gewässern“ ein. In dieser untersucht die Denkfabrik die Abhängigkeiten der Schweiz von Grossmächten und hier vor allem von China. Zudem werden Handlungsoptionen für drei mögliche Entwicklungen aufgezeigt. 

„Gefahr für die Schweiz droht nicht durch China direkt, sondern indirekt durch die sich verschärfenden geopolitischen Verhältnisse“, schreibt Avenir Suisse. China strebe eine weitere Ausdehnung der eigenen geopolitischen Bedeutung auf Kosten der USA an. „Für eine kleine offene Volkswirtschaft, die stark vom Multilateralismus abhängt, sind solche Verschiebungen besorgniserregend.“ 

Für den Fall, dass die Konflikte zwischen USA und China in ein Handelsembargo oder gar eine militärische Konfrontation münden, müsse die Schweiz „den wirtschaftlichen Schulterschluss mit der EU und den USA suchen“, meint Avenir Suisse. Das Land werde damit allerdings den Verlust des drittwichtigsten Handelspartners riskieren. 

Für den Fall, dass „ein grosser Handelspartner“ die Schweiz zu einer verstärkten Positionierung gegen China dränge, solle das Land „eine zweigleisige Strategie“ verfolgen: Hier wird China einerseits als Partner und wirtschaftlicher Konkurrent und andererseits als systemischer Rivale behandelt. 

Die von Avenir Suisse favorisierte Option besteht „in einer weiterhin pragmatischen Handlungsweise“ unter Einsatz von Diplomatie und kommunikativem Geschick. Wirtschaft und Politik müssten dabei „agil sein, um gegebenenfalls rasch entscheiden zu können“. hs

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