Avenir Suisse kritisiert Umgang mit Quarantäne

21. Oktober 2020 12:48

Zürich - Avenir Suisse kritisiert, dass in der Schweiz keine genauen Daten zur Quarantäne erhoben werden. Die vorhandenen Daten zeigen laut der Denkfabrik, dass die grosse Mehrheit der Personen, die bisher in Quarantäne waren, nicht mit dem Coronavirus infiziert war. Sie fordert verhältnismässigere Massnahmen.

Der Bund veröffentlicht laut einer Mitteilung von Avenir Suisse keine genauen Daten zu den ausgesprochenen Quarantäne-Massnahmen. Die liberale Denkfabrik hat nun versucht, auf Basis von wöchentlichen Berichte des Bundesamts für Gesundheit sowie von Kennzahlen aus 16 Kantonen die Wirksamkeit der Quarantäne zu untersuchen. Die anderen Kantone haben laut Avenir Suisse keine verwertbaren Kennzahlen bereitgestellt.

Den entsprechenden Schätzungen von Avenir Suisse zufolge wurden seit Sommer 92 Prozent der Personen in Quarantäne nicht positiv auf Covid-19 getestet. Das bedeutet, dass mehr als 200’000 Personen in der Schweiz umsonst in Quarantäne waren. Avenir Suisse betont allerdings, dass die Schätzungen aufgrund der fehlenden Daten ungenau sein könnten. Die Denkfabrik fordert den Bund und Kantone dazu auf, relevante Daten zur Quarantäne künftig zu erheben und zu veröffentlichen.

Avenir Suisse stellt eigenen Angaben zufolge weder das Prinzip einer Test-and-Trace-Strategie noch jenes der Quarantäne in Frage. Es sei aber wichtig, dass diese Massnahmen möglichst zielgenau und verhältnismässig umgesetzt werden. Insbesondere weil es bei der Quarantäne um einen einschneidenden Eingriff in die persönliche Freiheit geht. ssp

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