Avenir Suisse hält Konjunkturprogramme für wirkungslos

27. November 2020 12:19

Zürich - Avenir Suisse rät zum Verzicht auf Konjunkturprogramme. Nach Ansicht der Denkfabrik wird die Schweiz trotz Pandemie nicht für lange in eine Rezession abgleiten. Zur Bewältigung der Krise seien Corona-Soforthilfen ausreichend.

International und auch in der Schweiz sei mit Einbruch der Pandemie der Ruf nach Konjunkturprogrammen  laut geworden, schreibt Samuel Rutz in einer Kurzfassung seiner Studie „Wirkungslose Konjunkturprogramme“. In ihr erläutert der Leiter Programmplanung & Forschung mit den Schwerpunkten Privatisierung, Wettbewerbs- sowie Regulierungsfragen von Avenir Suisse, warum die Schweiz seiner Meinung nach mit Corona-Soforthilfen durch die Krise kommen kann. Rutz zufolge besteht keine Gefahr, dass die Schweiz durch die Pandemie in eine langanhaltende Rezession gerät. Darauf deuteten „zahlreiche Indikatoren“ hin, schreibt der Senior Fellow der Denkfabrik.

Frühere Erfahrungen hätten zudem einen recht geringen Nutzen von Konjunkturprogrammen aufgezeigt, argumentiert Rutz. Ihm zufolge läuft der Versuch einer Stimulation des privaten Konsums oft ins Leere, da Haushalte „zusätzliches Einkommen in Krisensituationen nicht ausgeben, sondern auf das Sparkonto legen“. Bei staatlichem Konsum zeige sich die Wirkung hingegen meist erst während der Konjunkturerholung.

Anstelle von Konjunkturprogrammen rät Rutz, „konsequent alle Massnahmen“ zu unterstützen, „die der direkten Pandemiebekämpfung dienen“. Als Beispiele zählt der Wirtschaftsforscher Ausgaben für Tests und Infektionskettenverfolgung oder für die Zulassung und Produktion von Impfstoffen auf. hs

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