Avenir Suisse fordert neue Bildungswege

13. Oktober 2020 14:09

Zürich - Die Coronavirus-Pandemie habe die Anpassungsfähigkeit von Bildungsinstitutionen an aussergewöhnliche Situationen aufgezeigt, meint Avenir Suisse. Auch ausserhalb von Krisenzeiten sollten der Denkfabrik zufolge neue Bildungswege beschritten werden.

Die Pandemie habe die Schaffenskraft und Anpassungsfähigkeit der Bildungsinstitutionen des Landes demonstriert, schreibt Matthias Ammann in einem Blogbeitrag auf dem Portal von Avenir Suisse. Ihm zufolge muss das Bildungssystem diese Qualitäten auch in Zukunft nutzen, um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden. „Lebenslanges lernen gilt auch für Bildungsinstitutionen“, schreibt der Fellow von Avenir Suisse.

Mit der Digitalisierung hätten die Bildungsinstitutionen ihr Wissensmonopol eingebüsst, meint Ammann. Statt Wissen zu besitzen, käme es heute darauf an, es zugänglich zu machen und zu verbreiten. Neben formalen Bildungseinrichtungen griffen Lernende dabei immer stärker auf informelle Lernangebote, beispielsweise auf YouTube, zurück.

Die dabei erworbenen Fähigkeiten sollten laut Ammann am Arbeitsmarkt besser berücksichtigt werden. „Letztlich sollte auf dem Arbeitsmarkt weniger zählen, welches Diplom eine Person vorzuweisen hat, sondern welche Fertigkeiten sie besitzt“, heisst es im Blogbeitrag. „Eigeninitiative beim lebenslangen Lernen soll sich auch ohne formalen Abschluss lohnen.“

Bildungsinstitutionen und formale Bildungsabschlüsse werden dem Autor zufolge aber nicht an Bedeutung verlieren. Insbesondere in den ersten Schulstufen werde „das Fundament für lebenslanges Lernen“ gelegt, meint Ammann. Für den studierten Politikwissenschaftler sind Föderalismus und Autonomie „eine wesentliche Grundlage für die Anpassungsfähigkeit eines Bildungssystems“ an die Herausforderungen der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang fordert Ammann zudem, dem Fach Informatik mehr Bedeutung im Lehrplan einzuräumen. hs

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