Avenir Suisse fordert Anpassung der Hilfsmassnahmen

20. November 2020 12:18

Zürich - Avenir Suisse hat den Einsatz von Kurzarbeit, Erwerbsersatzordnung und Kreditbürgschaften während der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie untersucht. In der zweiten Welle müsse der Bund hier nachbessern, fordert die Denkfabrik. Sie spricht sich generell gegen A-fonds-perdu-Beiträge aus.

Der Bund habe auf die erste Welle der Coronavirus-Pandemie vor allem mit dem Einsatz von Kurzarbeit, der Erwerbsersatzordnung für Selbstständige und Kreditbürgschaften für Unternehmen reagiert, schreiben Jürg Müller, Valérie Müller und Marco Salvi in einem Beitrag auf dem Blog von Avenir Suisse. Den Analysten der Denkfabrik zufolge sind diese „in der Breite“ wirkenden Massnahmen „mit gewissen Nachteilen behaftet“. Sie gelte es, in der zweiten Welle auszubügeln.

Anstelle einer Verlängerung des Erwerbsersatzes schlägt Avenir Suisse ein zweiteiliges Vorgehen vor. Unternehmen mit privatem Vorsorgekapital sollte ein vorzeitiger Zugriff auf dieses ermöglicht werden, meinen die Analysten. Nach ihrer Ansicht sollten nur Selbstständige mit niedrigem Einkommen mit einem an die Umsatzeinbussen angepassten reduzierten Erwerbsersatz entschädigt werden.

Bei der Kurzarbeit schlägt die Denkfabrik eine rasche Normalisierung von Vollzug, Anspruchsberechtigten und Karenzfristen vor. Eine Verlängerung der Ausnahmeregelungen behindere „ökonomische Transformationsprozesse“, und „der notwendige Strukturwandel“ werde durch sie „milliardenschwer verzögert“, schreiben die Analysten.

Für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen fordert die Denkfabrik „eine zeitlich beschränkte Neuauflage der Covid-19-Solidarbürgschaften“.  Banken sollten hier einen Teil des Risikos übernehmen, schreiben die Analysten. Sie fordern zudem, von nicht zurückzuzahlenden Unterstützungen Abstand zu nehmen. Solche A-fonds-perdu-Beiträge führten „zu einem politischen Interventionismus in privatwirtschaftliche Tätigkeiten“. Auch die vom Bund geplanten Spezialhilfen für einzelne Unternehmen und Branchen werden von der Denkfabrik als  „zu einer Ungleichbehandlung“ und zu „Überentschädigungen“ führend abgelehnt. hs

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