Avenir Suisse drängt auf neue Freihandelsabkommen

05. Mai 2021 13:20

Zürich - Avenir Suisse sieht ungenutztes Potenzial beim Abschluss von neuen Freihandelsabkommen. Die liberale Denkfabrik identifiziert 15 mögliche Partner mit viel Potenzial. Die Schweiz ist bisher mit sechs von diesen Partnern im Gespräch.

Das Freihandelsnetz der Schweiz umfasst derzeit 77 Partner. Damit sind einem Blogbeitrag von Avenir Suisse zufolge 55 Prozent des Weltmarktes abgedeckt. Die Denkfabrik ist der Ansicht, dass vor allem 15 wichtige Partner fehlen. Diese würden weitere 30 Prozent des Weltmarktes abdecken. Die Schweiz sei mit sechs dieser Partner im Gespräch. Zu diesen gehören Indien, Vietnam, Thailand, Malaysia, Algerien und Kasachstan. Keine Gespräche führt sie bisher mit Myanmar, Bangladesch, Sri Lanka, dem Irak, Tawain, Pakistan, Nigeria, Australien und den USA.

Avenir Suisse betont, dass einige der bereits aufgenommenen Verhandlungen ins Stocken geraten seien. So würden die Verhandlungen mit Indien aufgrund von ungeklärten Fragen zu geistigen Eigentumsrechten nur zögerlich vorankommen. Es wird auch hervorgehoben, dass das geplante Abkommen mit der Zollunion Russland-Belarus-Kasachstan (EAEU) aus völkerrechtlichen Bedenken aufgrund der Besetzung der Krim vorerst nicht weitergeführt wird.

Mit den USA sind bisher mehrere Anläufe für ein Abkommen gescheitert. Dies, obwohl ein vertieftes Freihandelsabkommen laut der Denkfabrik für beide Seiten eindeutige Gewinne bringen würde.

Ungenutztes Potenzial sieht Avenir Suisse weiter in Asien und Afrika. Die Aufnahme von Gesprächen mit Taiwan sei beispielsweise zwar politisch heikel, würde sich aber nach Ansicht der Denkfabrik lohnen. In Afrika sieht Avenir Suisse Potenzial für eine Zusammenarbeit mit Zollunionen wie die westafrikanische (Waemu), zentralafrikanische (Cemac) oder die ostafrikanische (EAC). Auch die neu entstehende Handelszone AfCFTA, die 55 afrikanische Staaten umfassen würde, sollte laut Avenir Suisse geprüft werden.

Im Mittleren Osten habe es die Schweiz bisher verpasst, Gespräche mit dem Irak zu beginnen. ssp

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