Ausländische Investitionen steigen stark

07. Juni 2021 11:02

Zürich - In der Schweiz hat es im vergangenen Jahr 25 Prozent mehr Projekte ausländischer Investoren gegeben als 2019, vor allem dank deutscher Engagements. In Europa war der Trend mit minus 13 Prozent gegenläufig. Das geht aus dem Bericht „EY Europe Attractiveness Survey“ hervor.

Die Investitionen ausländischer Investoren in der Schweiz sind 2020 um 25 Prozent angestiegen. Damit erreichten sie den höchsten Stand seit 2011. Gleichzeitig gingen sie in Europa um 13 Prozent zurück. Im langfristigen Vergleich blieben sie allerdings „auf einem relativ hohen Niveau“, heisst es im „Europe Attractiveness Survey“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

Diese für die Schweiz „erfreuliche Entwicklung ist vor allem auf das verstärkte Engagement deutscher Unternehmen bei uns zurückzuführen“, wird Michael Messerli, Partner und Head of Strategy & Transaction bei EY Schweiz, in einer Medienmitteilung zitiert. „Die Zahl der Investitionsprojekte deutscher Unternehmen hat sich 2020 fast verdoppelt.“ Amerikanische Unternehmen blieben auf dem zweiten Platz. Dagegen scheine das Interesse britischer Investoren gesunken zu sein. Ausserdem falle auf, „dass aus unserem Nachbarland Italien erneut sehr wenige Investitionen in der Schweiz zu verzeichnen waren.“

Schweizer Unternehmen investierten vor allem in Deutschland. Damit löste die Bundesrepublik das bisher beliebteste Investitionsziel Frankreich ab. Es folgen Spanien und Grossbritannien. Mit insgesamt 256 Projekten lag das Engagement von Schweizer Unternehmen im europäischen Ausland auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Grenzschliessungen und gegenwärtige Lieferengpässe wie etwa bei Halbleiterchips seien der Grund dafür, „dass die Stärkung der Lieferketten bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda steht“, so André Bieri, Partner und Markets Leader Schweiz & Liechtenstein.

Der Wachstumsplan NextGeneration EU mit seinem Budget von 750 Milliarden Euro werde Europa grüner, digitaler und krisenfester machen. Das werde zur weiteren Attraktivität für Investoren beitragen. Denn in der Post-COVID-19-Ära spiele Nachhaltigkeit bei Investitionen eine noch grössere Rolle als bisher. Entsprechend müsse sich auch die Schweiz als nachhaltiger Investitions- und Wirtschaftsstandort positionieren und die entsprechenden Rahmenbedingungen ständig überprüfen und anpassen. mm

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