Artenschwund betrifft mehr Insekten als vermutet

01. November 2019 13:44

Birmensdorf ZH - Wiesen und Wälder werden heute von wesentlich weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt als Lebensraum genutzt. Dies hat eine Studie internationaler Wissenschaftler ergeben. An ihr haben auch Forscher des Schweizer WSL und der Universität Bern mitgewirkt.

Vom allgemeinen Artensterben seien mehr Insektenarten betroffen, als die Wissenschaft bisher vermutet habe, erläutert die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Mitteilung. Wissenschaftler des WSL waren an einer internationalen Gruppe von Forschern beteiligt, die unter der Koordination von Kollegen der Universität Bern und Federführung der Technischen Universität München eine Biodiversitätsstudie in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg durchgeführt haben.

Den Erkenntnissen der Forscher zufolge hat der Insektenbestand in den untersuchten Wäldern seit 2008 um etwa 40 Prozent abgenommen. Hier waren vor allem weite Strecken zurücklegende Insekten betroffen. „Ob mobilere Arten aus dem Wald während ihrer Ausbreitung stärker mit der Landwirtschaft in Kontakt kommen oder ob die Ursachen doch auch mit den Lebensbedingungen in den Wäldern zusammenhängen, müssen wir noch herausfinden“, erläutert Martin Gossner, Entomologe an der WSL. Im Grünland stellten die Forscher im selben Zeitraum sogar einen Schwund der Insektenbiomasse um zwei Drittel fest. 

„Dieses Ergebnis illustriert den grossen Mehrwert sorgfältig koordinierter interdisziplinärer Langzeitforschung, die es erlaubt, den Insektenschwund viel genauer und umfassender zu dokumentieren und zu verstehen als dies durch Einzelstudien möglich ist“, wird Markus Fischer, Professor für Pflanzenökologie an der Universität Bern und Hauptinitiator des Forschungsprogramms, in der Mitteilung zitiert. Ihr zufolge haben sich bisherige Studien vornehmlich auf Veränderungen bei einzelnen Arten oder dem Gesamtgewicht aller Insekten konzentriert. hs

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