Argentinien, Bolivien und Chile wollen Lithium-Dreieck schaffen

09. August 2022 11:12

Bogotá/Buenos Aires - Argentinien, Bolivien und Chile planen ein sogenanntes Lithium-Dreieck in den Anden. Es soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit der drei Nachbarländer bei Förderung und Verarbeitung des Rohstoffs sichern. Es gibt dort schon ein konkretes Projekt.

Argentiniens Präsident Alberto Fernández hat mit dem bolivianischen Staatschef Luis Arce bei einem Treffen in Bogotá über die Schaffung eines „Lithium-Dreiecks“ gemeinsam mit Chile gesprochen. Beide Präsidenten waren zur Amtseinführung des neuen Präsidenten Gustavo Petro nach Kolumbien gekommen. Laut einem Bericht der argentinischen Wirtschaftszeitung „El Cronista“ ging es neben Lithium dabei auch um bolivianische Gaslieferungen nach Argentinien.

Beide Präsidenten erklärten, sie wollten die Zusammenarbeit mit Chile im „Lithium-Dreieck“ vertiefen. „Wir sind in der Lage, lokale Technologien für den Einsatz nachhaltigerer direkter Methoden der Lithium-Gewinnung zu entwickeln und eine höherwertige Ressource zu gewinnen“, wird Präsident Fernández zitiert. Er bezeichnete das zwischen dem argentinischen Unternehmen YPF Tecnología S.A. und Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) geschlossene Rahmenabkommen dazu als „einen grundlegenden Schritt nach vorn“.

Das argentinische Ministerium für Entwicklung und Produktion hatte erst Ende Juli den Abschluss eines Abkommens über ein Lithium-Förderprojekt in der Nordprovinz Catamarcas bekannt gegeben. Laut der Medienmitteilung sollen in das Projekt 290 Millionen Dollar investiert werden. Es soll gemeinsam von der argentinischen Firma Ultra Argentina SRL und dem chinesischen Unternehmen Zangee Mining INC in der Nähe von Antofagasta de la Sierra auf rund 4000 Metern Höhe erschlossen und entwickelt werden.

Zunächst soll Ultra Argentina 40 Millionen Dollar in das Projekt Laguna Verde investieren. Zangee werde dann bis Ende 2023 eine Hightech-Anlage für mindestens 250 Millionen Dollar installieren, so das Ministerium in der Erklärung.

Argentinien ist mit einem Anteil von 8 Prozent derzeit der viertgrösste Lithium-Produzent der Welt. Chile produziert 22 Prozent und Australien 49 Prozent. gba

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