App soll Implantate steuern

29. Mai 2020 11:08

Basel - ETH-Forschern ist es erstmals gelungen, Gene direkt mit elektrischem Strom zu kontrollieren. Damit schaffen sie die Grundlage für medizinische Implantate, die etwa mit einer App eingeschaltet werden können. Diabetiker könnten so etwa nach dem Essen mit dem Mobiltelefon die Insulinausschüttung anregen.

Eine neue Entwicklung von Forschern des Departement für Biosysteme der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in Basel könnte Implantate auf eine neue Stufe heben. Professor Martin Fussenegger und sein Team haben einen Prototyp eines Implantats vorgestellt, das mit einem elektronischen Gerät ausserhalb des Körpers gesteuert werden kann.

Beim Prototyp handelt es sich um ein Implantat für Diabetiker, das insulinproduzierende Zellen und eine elektronische Steuereinheit enthält, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Sobald der Patient etwas isst und der Blutzucker steigt, kann er über eine App auf dem Mobiltelefon ein elektrisches Signal absetzen. Daraufhin schütten die Zellen die notwendige Menge an Insulin aus, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. Laut der ETH könnte etwa auch eine App entwickelt werden, in der ein Speiseplan einprogrammiert ist. So könnte die Insulinausschüttung automatisch geregelt werden.

Der Prototyp der Forscher funktioniert, indem ein Funksignal ausserhalb des Körpers die Elektronik im Implantat aktiviert. Diese überträgt elektrische Signale direkt an die Zellen. „Die elektrischen Signale stimulieren eine spezielle Kombination von Kalzium-​ und Kaliumkanälen, welche eine Signalkaskade in der Zelle aktiviert, welche das Insulin-​Gen steuert“, erklärt die ETH. Die Zellmaschinerie verpackt das Insulin in Vesikeln. Diese verschmelzen durch das elektrische Signal mit der Zellmembran. So wird das Insulin innerhalb weniger Minuten freigesetzt. ssp

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