Anwander wendet sich gegen Seuchensozialismus

03. Juni 2020 13:54

Winterthur - Der Präsident der Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur, Thomas Anwander, plädiert in einem Meinungsbeitrag dafür, die Hilfsmassnahmen des Staates zurückzufahren. Unternehmertum heisse, Chancen und Risiken selber zu tragen, auch im Kulturbereich.

Thomas Anwander bewertet in einem Artikel auf der Internetseite der Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur (HAW) die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Seiner Ansicht nach habe der Lockdown gezeigt, „dass der Verzicht auf Konsum weder das Klima rettet noch soziale Gerechtigkeit schafft“. Der öffentliche Nahverkehr habe an Attraktivität eingebüsst und Parkplätze würden plötzlich systemrelevant. Daraus folgert er, dass eher mehr Velorouten nötig seien und alle Parkplätze erhalten werden müssten.

Der HAW-Präsident plädiert für ein Ende der öffentlichen Hilfsmassnahmen während der Corona-Krise. „Was wir nicht brauchen, ist ein Seuchensozialismus und ein Vergesellschaften aller Risiken“, schreibt er. „Unternehmertum heisst, Chancen und Risiken selber zu tragen, dies gilt auch für den Freizeit- und Eventbereich.“ Das habe womöglich zur Folge, dass „nicht mehr jede liebgewonnene Veranstaltung weiterhin stattfindet“.

Gleichzeitig fordert er zusätzliche öffentliche Mittel für die Clusterstrategie von HAW, House of Winterthur und Technopark Winterthur. Damit sollen die Branchen Smart Machines, Smart Health und Smarth Energy vorangetrieben werden. „Wir erwarten, dass der Kanton diese Bestrebungen mit der Schaffung von zusätzlichen Dozentenstellen für diese Themen an der ZHAW unterstützt und auch, dass weitere Fördermittel in die Region fliessen.“

Anwander wirft auch die Frage auf, ob angesichts des gestiegenen Online-Handels neue Ansätze in der Stadtplanung notwendig seien, weil „gewisse Einkaufszentren“ eventuell obsolet würden und flexiblere Öffnungszeiten womöglich das Gebot der Stunde seien. 

Zudem bezeichnet er Steuererhöhungen zur Minderung der staatlichen Steuerlast als „völlig kontraproduktiv“. Vielmehr sei zu prüfen, „ob alles, was der Staat macht, wirklich notwendig ist, ob Abläufe effizienter gestaltet werden können, ob es wirklich alle bestehenden Stellen braucht oder ob solche in anderen Bereichen aufzustocken sind“. mm

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