Alterndes Gehirn kann reaktiviert werden

25. Februar 2021 10:24

Zürich - Hirnforschende haben einen Mechanismus entdeckt, der für die abnehmende Gedächtnisleistung im Alter mitverantwortlich ist. Und sie zeigen, wie die Nervenzellbildung wieder aktiviert werden kann. Das könnte etwa Menschen mit Alzheimer zugutekommen.

Forschende um Sebastian Jessberger, Professor am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich (UZH), haben entdeckt, warum die Gedächtnisleistung im Alter abnimmt: „Im gesamten Körper verlieren Stammzellen mit zunehmendem Alter nach und nach ihre Teilungsfähigkeit. Mithilfe von gentechnischen Methoden und modernster Mikroskopie konnten wir nun einen Mechanismus identifizieren, der dafür mitverantwortlich ist“, wird Doktorand und Erstautor einer entsprechenden Studie, Khadeesh bin Imtiaz, in einer Medienmitteilung der UZH zitiert.

Das Team identifizierte die abnehmende Menge des Kernproteins Lamin B1 als einen Grund für die im Alter abnehmende Fähigkeit, sich Dinge zu merken. Je weniger Lamin B1 vorhanden ist, desto weniger neue Nervenzellen werden gebildet. Dem Team gelang es auch, diesen Prozess umzukehren: Sie erhöhten die Menge dieses Kernproteins in alternden Mäusen experimentell. Daraufhin wurden wieder mehr neue Nervenzellen gebildet.

Zwar beschränkte sich die Studie auf Hirnstammzellen. Doch gehen die Forschenden davon aus, dass sich ähnliche Mechanismen in Stammzellen des ganzen Körpers abspielen.

„Wir wissen nun, dass wir Stammzellen im alternden Gehirn aktivieren können“, so Jessberger. „Wir hoffen, damit einen Beitrag zu leisten, um zukünftig die Bildung neuer Nervenzellen zu erhöhen – etwa bei Menschen im hohen Alter oder mit degenerativen Erkrankungen wie dem Morbus Alzheimer. Auch wenn das noch viele Jahre dauern wird.“ mm

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