Als lebendiger Verein lässt sich die Krise meistern

26. Juni 2020 08:58

In Berns ältestem Musikclub, der Mahogany Hall, ist es seit März still – und das wird es noch einige Wochen bleiben. Dabei gibt es laut dessen Finanzverantwortlichem Rolf Arni einen Vorteil: Durch die Organisation als Verein kann die Mahogany Hall auf grosse Solidarität bauen.

von Rolf Arni

In der Mahogany Hall – Berns ältestem Musikclub beim Bärenpark – wurden die Corona-Auswirkungen bereits Ende Februar spürbar, als ein Veranstalter von Tanzabenden kein Risiko eingehen wollte und alle kommenden Anlässe absagte. An der Fasnacht führten wir noch gut besuchte Konzerte durch, bei welchen wir die Personalien der Gäste erhoben und nach kürzlichen Aufenthalten in heiklen Ländern fragten. So musste eine Besucherin zurückgewiesen werden, die sich noch Tags zuvor in Italien aufhielt – ihre Tochter sogar in Mailand, allerdings negativ getestet. Nach weiteren Konzerten mit deutlich reduzierten Gästezahlen schlossen wir dann wie alle anderen Clubs am 13. März das Lokal – zwei Stunden vor Eintreffen der Band zum Soundcheck zu ihrer CD-Taufe.

Im April und Mai waren wir damit beschäftigt, für unsere auslaufenden Vorräte Abnehmer zu finden und uns auf eine Wiedereröffnung im Juni vorzubereiten. Zudem traf sich ein Teil der cirka hundert HelferInnen via Zoom zu einem Brainstorming, aus welchem allgemeine, neue Ideen für den Betrieb resultierten. Für Juni sagten dann viele der vorgesehenen Acts ab – sie befürchteten das Ausbleiben ihrer Fans wegen der angedrohten Quarantäne, sollte sich ein Corona-Fall nach dem Konzert unter den Gästen ergeben. So bleibt das Lokal mindestens bis Ende Juli, voraussichtlich sogar bis Ende August geschlossen.

Wie haben wir das verkraftet? Die Mahogany Hall hat als Verein das Glück, auf viele freiwillige HelferInnen zählen zu können und hat in der Liegenschaftsverwaltung Bern eine verständnisvolle Vermieterin. Zudem erhielten wir einen Zustupf des Kantons, so dass wir zuversichtlich nach vorne schauen können. In der Sommerpause hoffen wir noch auf einige Mieter, die das Lokal dieses Jahr zu günstigeren Konditionen für Privat- und Firmenfeiern mieten werden.

Die kommende Zeit werden wir nutzen, um die Mahogany bezüglich Infrastruktur und Schutzmassnahmen auf Vordermann zu bringen, hoffen dabei, dass der Hunger auf Live-Konzerte bei den Gästen auf September hin spürbar wird und sie gewillt sind, KünstlerInnen und VeranstalterInnen mit ihren Besuchen zu unterstützen.


Alle Infos und Konzerte findet man auf www.mahogany.ch.
 

Rolf Arni ist unter anderem Co-Gründer des Impact Hubs in Bern und Finanzverantwortlicher der Mahogany Hall. Sein Interesse gilt der Automatisierung, Remote Work, Business Creation sowie Fotografie und Musik.

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