Algorithmus soll Einfluss der Medien aufdecken

09. August 2019 11:33

Lausanne - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben einen Algorithmus entwickelt, der die Medienlandschaft untersuchen soll. Ziel ist es, verzerrte Inhalte aufzudecken und Leser zu einer kritischeren Einstellung zu bewegen.

Die Art und Weise, wie und welche Inhalte lokale Medien präsentieren, hängt oft davon ab, zu welcher Mediengruppe das entsprechende Medium gehört. Dabei kommt es zu Verzerrungen und verborgenen Einflüssen. Dies schreibt die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) in einer Mitteilung. Forscher der Hochschule wollen solche Verzerrungen aufdecken und die Herkunft der Inhalte transparenter darstellen. Dafür haben sie einen Algorithmus entwickelt.

Ihren Algorithmus setzen die Forscher im Rahmen der Initiative Media Observatory ein. Diese will die Schweizer und die internationale Medienlandschaft transparenter machen. Nachrichten werden dabei unter anderem nach geographischen Gebieten, Themenbereichen und den zugehörigen Mediengruppen geordnet. Diese Übersicht ermögliche es, plötzliche Änderungen in der redaktionellen Ausrichtung schnell zu erkennen. „Die meisten solchen Änderungen erfolgen nach einem Eigentümerwechsel, weil Medien sich meistens auf die bevorzugten Themen ihrer Eigentümer fokussieren“, so Forscher Jérémie Rappaz.

Laut der EPFL sind sich die Leser nicht immer bewusst, welche Mediengruppe hinter den Nachrichten steht, die sie konsumieren. Der Algorithmus soll helfen, diese Lücke zu füllen. Er soll Leser aber auch insgesamt dazu motivieren, sich kritischer mit Nachrichten auseinanderzusetzen. Dies sei insbesondere in einer Zeit wichtig, in der Mediengruppen ihre Ressourcen immer mehr bündeln, um Kosten zu sparen. Schliesslich werde dadurch auch das Meinungsspektrum, mit dem Leser konfrontiert sind, eingeengt.    ssp

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