Ärzte brauchen mehr Datenfreiheit

01. Juli 2016 13:50

Zürich - Die medizinische Forschung könnte sich die Möglichkeiten der Datenspeicherung zunutze machen und Ärzten damit individuellere Behandlungsmethoden ermöglichen. Ein Symposium in Zürich machte deutlich, dass Überregulierung dem entgegensteht.

Die personalisierte Medizin bietet nach Ansicht der Teilnehmer am diesjährigen Latsis-Symposium der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich grosse Möglichkeiten, dem dafür notwendigen breiten Austausch von Patientendaten sind aber zu enge Grenzen gesetzt. Grundlage einer solchen zukunftsträchtigen Ausrichtung der Forschung ist laut einer Medienmitteilung der ETH Zürich die Speicherung grosser Mengen von Informationen über Patienten, die anonymisiert und standardisiert in grossen Datenbanken gruppiert werden. Darauf hätten dann nicht nur Forschende Zugriff. In der praktischen Medizin könnten die Daten dazu genutzt werden, Diagnose und Therapie immer feinmaschiger und individueller zu gestalten.

Allerdings – so wurde insbesondere an der Podiumsdiskussion des Latsis-Symposiums deutlich –, müssten „auf dem Weg zu einer umfassenden Gesundheitsdatenbank Fragen des Datenschutzes und des Schutzes vor Missbrauch gelöst werden“, heisst es in der ETH-Mitteilung. Andererseits weise die derzeitige Gesetzgebung in der Schweiz und anderen Ländern den Datenaustausch in der Medizin in zu enge Schranken. Die 200 Wissenschaftler, die in dieser Woche an dem dreitägigen Symposium der ETH Zürich teilnahmen, appellierten deshalb an die Politik, die Datenschutzgesetzgebung so zu gestalten, dass sie die personalisierte Medizin nicht behindere. eg


Mehr zu Gesundheitswesen

Aktuelles im Firmenwiki