Actares wirft Lonza Verzögerung im Klimaschutz vor

02. November 2020 15:11

Zürich - Lonza will in seine Fabrik in Visp VS erst 2022 einen Katalysator einbauen, der den Ausstoss von Lachgas stoppt. Der Ausstoss entspricht 1 Prozent der Schweizer Treibhausgase. Die Aktionärsvertretung Actares nennt die Verzögerung der Sanierung „stossend“.

Lonza produziert in Visp seit 1971 das Vitamin Niacin. Dabei tritt Lachgas in Mengen aus, die der Treibhauswirkung von 600‘000 Tonnen CO2 entsprechen. Damit steht die Produktionsanlage von Lonza allein für 1 Prozent der Schweizer Treibhausgase. Lonza hat den Ausstoss allerdings erst 2018 bemerkt. Wie das Bundesamt für Umwelt im Februar in einer Mitteilung schrieb, kann die Schweiz damit ihre Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll zur Reduktion des Treibhausgasausstosses nicht mehr einhalten.

Lonza hat zugesagt, 12 Millionen Franken in einen Katalysator zu investieren. Ursprünglich sollte das bis Ende 2021 geschehen. Laut einer Mitteilung von Actares – Aktionärinnen und Aktionäre für nachhaltiges Wirtschaften verzögert sich die Investition von Lonza bis 2022. Die Aktionärsvertretung bezieht sich dabei auf einen Brief von Verwaltungsratspräsident Albert M. Baehny. Dieser argumentiert mit den Kosten des Katalysators. „Wäre die Niacin-Produktion nicht mehr wirtschaftlich, würde dies den Produktionskreislauf in Frage stellen. Es ist bei Investitionen in dieser Grössenordnung durchaus üblich, verschiedene Optionen zu prüfen“, zitiert Actares aus dem Brief Baehnys.

Actares stört sich auch daran, dass Lonza den Einbau des Katalysators sogar als CO2-Kompensation anrechnen lassen und davon profitieren will. „Dies entspricht nicht den Werten eines Konzerns, der im Zusammenhang mit den ESG-Zielen eigentlich gut unterwegs ist“, heisst es in der Actares-Mitteilung. stk

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