ABB verkauft Stromnetzsparte an Hitachi

17. Dezember 2018 12:47

Zürich - Der Zürcher Technologiekonzern ABB verkauft seine Stromnetzsparte an Hitachi. Der japanische Mischkonzern übernimmt zunächst rund 80 Prozent des Geschäfts für knapp 8 Milliarden Dollar.

ABB und Hitachi haben sich geeinigt: Der japanische Konzern wird in einem ersten Schritt 80,1 Prozent an der Stromnetzsparte von ABB übernehmen. Innerhalb von drei Jahren soll ABB von einer Option für den Verkauf des verbleibenden Anteils Gebrauch machen können. Der Preis für den Verkauf des Restanteils soll zu einem fairen Marktwert erfolgen, jedoch mindestens 90 Prozent des anteiligen vereinbarten Unternehmenswerts ausmachen, heisst es in einer Mitteilung.

Den erwarteten Nettoerlös von 7,6 bis 7,8 Milliarden Dollar aus dem ersten Verkaufsschritt will ABB den Aktionären in Form von Aktienrückkäufen oder im Rahmen eines „vergleichbaren Mechanismus“ ausschütten, wie es in der Mitteilung heisst. Die Loslösung der Sparte von ABB führt den Angaben zufolge zu nicht operativen Restrukturierungskosten von rund 500 Millionen Dollar. Allerdings rechnet ABB mit 500 Millionen Dollar jährlichen Einsparungen durch eine höhere Effizienz. 

Die Stromnetzsparte ist die zweitgrösste Sparte von ABB, für welche 36.000 Menschen in 100 Ländern arbeiten. „Die heutige Ankündigung öffnet ein neues Kapitel in der Geschichte von ABB“, so Verwaltungsratspräsident Peter Voser. Der Konzern wolle den Fokus auf digitale Industrien legen und eine wettbewerbsfähige Rendite für die Aktionäre liefern.

Der ABB-Investor und Grossaktionär Cevian zeigt sich angesichts der geplanten Abspaltung der Stromnetzsparte und des Umbaus des Konzerns zufrieden. „Die angekündigten Massnahmen sind die richtigen Schritte in der Entwicklung von ABB, sie stärken die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft“, erklärte Cevian-Mitgründer Lars Förberg. Cevian hatte bereits seit Jahren gefordert, die Stromnetzsparte abzuspalten. Der Investor hält rund 5 Prozent an ABB. ssp

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