Aargau erhält neues Zentrum für Quantencomputer

03. Mai 2021 12:16

Villigen AG - Das Paul Scherrer Institut und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) gründen ein Zentrum für Quantencomputer in Villigen. Dort werden rund 30 Forschende an den Rechnern der Zukunft arbeiten. Die ETH investiert 32 Millionen Franken.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) gründen gemeinsam den Quantum Computing Hub. Dieser befindet sich auf dem PSI-Campus in Villigen. Ein bestehendes Gebäude wurde für diesen Zweck umgebaut. Die ETH investiert einer Medienmitteilung zufolge 32 Millionen Franken in das Projekt.

Am neuen Zentrum sollen bis zu 30 Forschende arbeiten. Ihr Ziel ist es, die Realisierung von Quantencomputern sowohl auf Basis von Ionenfallen als auch von supraleitenden Bauteilen voranzutreiben. „Speziell am Quantum Computing Hub ist, dass diese beiden Technologien im gleichen Labor erforscht werden“, erklärt ETH-Professor Andreas Wallraff, der das Zentrum gemeinsam mit seinem Kollegen Jonathan Home leiten wird. Die Hardware der Quantencomputer unterscheide sich bei diesen beiden Technologien. Bei der Entwicklung von Betriebssystemen sieht Wallraff aber mögliche Synergien.

Forschende der ETH verfügen derzeit über Quantencomputer, die mit bis zu 17 Quantenbits, sogenannten Qubits, arbeiten. Um das volle Potenzial von Quantencomputern nutzen zu können, brauche es allerdings Rechner mit tausenden oder gar hundertausenden Qubits. In einem ersten Schritt sollen in Villigen Rechner mit mehr als 100 Qubits erntwickelt werden. 

„Wir wollen in ein paar Jahren sagen können: Im Kanton Aargau gibt es einen experimentellen Quantencomputer“, so Christian Rüegg, Direktor des PSI, in einem Interview auf der PSI-Internetseite. Dieser Quantenrechner werde der Wissenschaftsgemeinde in der Schweiz „einmalige Möglichkeiten bieten, auf dem Gebiet des Quantum Computing und dessen Anwendungen gemeinsam zu forschen“. ssp

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