3D-Verfahren druckt Michelangelos David in Millimetergrösse

19. Dezember 2019 10:26

Zürich/Buchberg SH - Ein spezielles 3D-Druckverfahren ist in der Lage, Michelangelos David millimetergross in Kupfer zu drucken. Die Firma Exaddon demonstriert damit, dass diese Methode besonders für die Elektronikbranche interessant ist. Die Grundlage für dieses Verfahren wurde von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich entwickelt.

Der Firma Exaddon aus Buchberg ist es gelungen, den David von Michelangelo als millimetergrosse Miniaturversion aus Kupfer mit einem 3D-Drucker herzustellen. Das belegt das Potenzial eines speziellen 3D-Druckverfahrens, das ursprünglich an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelt wurde. 

Geschaffen wurde die Miniatur von Exaddons R&D-Engineer Giorgio Ercolano. Er und sein Team stellten sie in Zusammenarbeit mit dem von ETH-Professor Tomaso Zambelli geleiteten Labor für Biosensorik und Bioelektronik her. Das Labor hatte dieses 3D-Druckverfahren vor wenigen Jahren entwickelt. Damit ist es möglich, Metallstrukturen im Nano- und Mikrometermassstab herzustellen.

Exaddon hat dieses additive Mikrometall-Druckverfahren übernommen und beschleunigt. Das junge Unternehmen war aus Cytosurge, einer Ausgliederung der ETH, hervorgegangen. Dieses Verfahren erlaube es, beliebige komplexe Strukturen und Geometrien zu drucken, wird Ercolano in einer ETH-Mitteilung zitiert. Sein Team habe den David sowohl einen Millimeter gross gedruckt als auch zehnmal kleiner, in einem einzigen Durchgang, ohne Stützstruktur oder Schablone. Die Skulptur werde nach der Fertigung weder gebrannt noch gehärtet. Ercolano und seine Kollegen präsentierten ihre Resultate soeben in der Fachzeitschrift „Micromachines“.

„Es freut uns, dass eine Technologie aus unserem Forschungslabor den Weg in die Praxis gefunden hat“, so Zambelli. „Die Tatsache, dass eine unabhängige Gruppe unser 3D-Druckverfahren übernehmen und gar verbessern konnte, zeigt, dass es wirklich funktioniert.“

Das Verfahren ist vor allem für die Elektronikbranche interessant. Mit dieser Methode können etwa Computerchips miteinander verbunden oder Mikroelektronikteile punktgenau repariert werden. mm

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