Klepsydras Lösung versetzt Satelliten in die Lage, Daten lokal und in Echtzeit zu verarbeiten. Bild: zVg/Klepsydra Technologies AG

Klepsydras KI definiert Autonomie von Satelliten neu

13 Januar 2026 10:07

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Zug/Göteborg - Klepsydra hat im Rahmen einer Initiative der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Inferenzmaschine validiert. Sie ist nun für alle fünf Weltraumprozessoren optimiert und versetzt Satelliten in die Lage, Daten lokal und in Echtzeit zu verarbeiten.

(CONNECT) Klepsydra hat in der letzten Phase seines PATTERN-Projekts die Kompatibilität seiner Künstlichen Intelligenz auf die wichtigsten europäischen und internationalen Weltraumprozessoren ausgeweitet. Dabei wurde das auf Hochleistungssoftware für Edge-Computing spezialisierte Zuger Unternehmen im Rahmen einer Initiative der ESA von der schwedischen Firma Frontgrade Gaisler aus Göteborg unterstützt.

Klepsydra bezeichnet die nun erfolgte finale Validierung seiner KI-Inferenzmaschine durch die Projektleitung in einer Mitteilung als „grossen Fortschritt bei der Einführung leistungsstarker Künstlicher Intelligenz in weltraumtauglicher Hardware“ und als „beispiellose Leistungssteigerung“. Sie ermöglicht Echtzeitentscheidungen an Bord, weil sie Satelliten in die Lage versetzt, Daten lokal zu verarbeiten. Dadurch können Erkenntnisse für Erdbeobachtung, autonome Navigation und Kollisionsvermeidung beschleunigt werden. All dies verringert die Abhängigkeit von Bodenstationen.

Die jetzt demonstrierte Inferenzmaschine erfüllt die europäischen Standards für Zusammenarbeit im Weltraum (ECSS) der Sicherheitsstufe D und arbeitet den Angaben zufolge bis zu achtmal schneller als bestehende Industriestandards. „Durch die erfolgreiche Anpassung von Klepsydra an alle fünf verschiedenen Weltraumprozessorarchitekturen, die Erfüllung der ECSS-Standards für die Sicherheitsstufe D und die Erzielung aussergewöhnlicher Leistungsergebnisse auf Multi-Core-Architekturen bieten wir der Raumfahrtindustrie eine Lösung, die nicht nur schneller, sondern auch wesentlich einfacher zu implementieren ist“, fasst Klaus Buchheim, Leiter der Geschäftsentwicklung bei Klepsydra, die erfolgreiche Validierung zusammen.

In der nächsten Entwicklungsphase steht der Übergang zur Sicherheitsstufe C an. Dieser Schritt schliesst laut Klepsydra „einzigartige Funktionen wie FDIR (Fault Detection, Isolation, and Recovery) für KI-Anwendungen ein – eine Fähigkeit, die derzeit in keiner anderen auf dem Markt erhältlichen Inferenzmaschine verfügbar ist“. ce/mm

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