V.l.n.r.: Stellvertretender ZHK-Präsident Markus Neuhaus, Simon Müller, ZHK-Präsidentin Karin Lenzlinger, Thomas Schnitzer und Christian Zanvit (Zurich Versicherung), ZHK-Direktor Raphaël Tschanz. zVg: ZHK

Cybersicherheit wird zum Wirtschaftsfaktor

03 Juli 2024 14:11

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Zürich - Die Zürcher Wirtschaft setzt auf Sicherheit als Voraussetzung für Dynamik, so der Tenor der Generalversammlung der Zürcher Handelskammer (ZHK) mit ihrem neuen Direktor Raphaël Tschanz. Der Fokus lag neben stabilen Beziehungen zur EU und zur Gesellschaft insbesondere auf Cybersicherheit.

Mit ihrer 151. Generalversammlung bekräftigte die Zürcher Handelskammer (ZHK) mit ihrem neuen Direktor ihre Leitsätze. Seit Anfang 2024 ist dies Raphaël Tschanz, der auf der Generalversammlung betonte: „Wir verstehen uns als die Stimme der Wirtschaft.“ Seit Amtsantritt habe er viele Gespräche mit Unternehmensvertretenden geführt und fühle sich darin bestärkt, für eine fortschrittliche und offene Wirtschaft einzutreten. Er verwies auf 133 neue Mitgliedsunternehmen, die 2023 gewonnen worden seien. Diesen Wachstumspfad will Tschanz weiterverfolgen und mit seinem Team auch neue Dienstleistungen entwickeln.

Im Rahmen der Vorstandswahlen für die kommende zweijährige Amtszeit wurden fünf Mitglieder neu aufgenommen: unter anderem die FDP-Nationalrätin und ehemalige ZHK-Direktorin Regine Sauter, Matthias Aellig, Group CEO von Swiss Life, und die Landesdirektorin von Google Schweiz, Christine Antlanger-Winter. Präsidentin Karin Lenzlinger wurde für eine weitere Amtszeit bestätigt. In ihrer Ansprache definierte Lenzlinger drei für den internationalen Wirtschaftsstandort Zürich entscheidende Aspekte: die Stabilität der Beziehungen zur EU, ein positives Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft sowie Sicherheit auf allen Ebenen als Basis für erfolgreiches Wirtschaften.

Die Schweizer Antwort auf die wachsende Bedrohung durch Cyber-Attacken stellte Gastredner Simon Müller vor. Er leitet das Anfang 2024 installierte Kommando Cyber der Schweizer Armee. Laut Müller wachsen die Cyber-Risiken stetig. So habe allein eine russische Cyberattacke im Vorfeld der Ukraine-Invasion weltweit einen Schaden von 10 Milliarden Dollar verursacht. Es sei davon auszugehen, dass Russland Europa auch auf digitalem Wege destabilisieren wolle.

Das Kommando Cyber konzentriert sich mit einem 700-köpfigen Team auf alle Bedrohungen, die auf Computer und elektromagnetische Quellen zurückzuführen sind und baut eine IT-Infrastruktur auf. Die notwendigen Fachleute bilde unter anderem ein neuer Cyber-Lehrgang aus. Diese unterstützen das Berufspersonal der Armee im Milizsystem und tragen Wissen über Cybersecurity auch in die Gesellschaft.  

Als weitere Referenten gaben die Cyber-Risiko-Experten Christian Zanvit und Thomas Schnitzer von der Zurich Versicherung konkrete Hilfestellungen auf den Weg. Dabei ging es um Massnahmen gegen Cyber-Betrug mit gefälschten Rechnungen, aber auch um Cyber-Attacken und folgende Erpressungen, auf die ihrer Meinung nach unter keinen Umständen eingegangen werden sollte. „Machen Sie sich einen Plan und drucken Sie ihn aus“, sagte Christian Zanvit. ce/yvh

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