Die Co-Leiterin von ETH Zürich | Space, Nanja Strecker, ging auf die breite Palette der Anwendungen im Space-Kontext ein. Bild: yvh

Zürich wird für Unternehmen zum Tor ins Weltall

14 Januar 2026 14:39

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ZHK

Zürich - Das Space-Ökosystem Schweiz hat seinen Mittelpunkt in Zürich. Von hier können Unternehmen bald direkt in den Weltraum aufbrechen. Am Neujahrsanlass der Zürcher Handelskammer ZHK und Arbeitgeber Zürich VZH wurde diskutiert, welche Chancen das für die Wirtschaft birgt.

(CONNECT) Die Dynamik in der Raumfahrt hat ihren Ursprung in den USA, doch der Neujahrsanlass der Zürcher Handelskammer (ZHK) und Arbeitgeber Zürich VZH beleuchtete, wie sich Zürich bei diesem Thema in Stellung bringt. „Was dazu in Zürich entsteht, ist mehr als Forschung, sondern ein ganzes Ökosystem, das von Unternehmergeist, Wissenschaft und Innovation angetrieben ist“, sagte ZHK-Präsidentin Karin Lenzlinger. Der Standort brauche solches Engagement, um mit Neugier und Mut in neue Bereiche vorzustossen. In diesem Licht sieht Karin Lenzlinger den Start ins neue Jahr, in dem die ZHK sich bei Abstimmungen dafür einsetzen will, dass der Wirtschaftsraum die Entwicklungsfreiheit halten und ausbauen kann, die er für zukunftsweisende Vorhaben braucht.

Der Wissenschaftler Oliver Ullrich führte vor Augen, dass sich momentan eine Tür ins Weltraum öffne. Bald ist laut Ullrich in verschiedenen Bereichen eine wirtschaftliche Produktion im All möglich – unter den besonderen Voraussetzungen der Schwerelosigkeit. Und mit den Aktivitäten der jüngsten Vergangenheit positionierte sich Zürich als führend in Europa. Er ist Direktor des Space Hub der Universität Zürich und zugleich Vorstandsvorsitzendes des Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA).

Die CSA und die Stiftung Innovationspark Zürich haben 2025 vereinbart, dass der Switzerland Innovation Park Zurich in Dübendorf das europäische Zentrum für die Raumfahrtbehörde des US-Bundesstaats Florida Space Florida wird. Das ebnet den Weg unter anderem dafür, dass Schweizer Akteure etwa Materialien zollfrei von Zürich zu US-Weltraum-Hubs und dann in den Weltraum transportieren können. „Hier sind die Voraussetzungen ideal: Der Flugplatz Dübendorf, Weltklasse-Unis, erstklassige Infrastruktur, eine breite Koalition von Raumfahrtakteuren finden sich in einer der stärksten Wirtschaftsregionen Europas“, sagte Oliver Ullrich.

Neben der Nutzung von Daten aus dem All gibt es eine ganze Reihe von Innovationen, die durch den neuen Zugang zum Weltraum ermöglicht werden, so auch das Credo der Co-Leiterin der Initiative ETH Zürich | Space, Nanja Strecker. Sie ist Geschäftsführerin des ESA Business Incubation Centre Switzerland; dieses von der ETH mit Partnern geleitete europäische Programm unterstützt Schweizer Start-ups, die Weltraumtechnologien nutzen. „Mit über 80 Projekten sind wir führend“, erklärte sie. Und jedes Unternehmen solle prüfen, ob es Zusammenhänge schaffen könne.

Oliver Ullirch und Nanja Strecker sehen das Potenzial mit der grössten Wertschöpfung im Bereich Biotech, bei Halbleitern und im Kontext anderer Anwendungen mit reinen Materialien sowie bei Datenzentren, die direkt vom All arbeiteten. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen für private Initiative ohne langes Warten auf staatliche Genehmigung. Und dieser Unternehmergeist entspreche der Schweiz. ce/yvh

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