Zubau der erneuerbaren Energien ist zu langsam
18 Dezember 2025 09:56
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(CONNECT) Der Umbau des Schweizer Energiesystems muss beschleunigt werden, wenn die im Energiegesetz festgelegten Ziele für 2035 erreicht werden sollen. Das zeigt der siebte Monitoringbericht, den das Bundesamt für Energie am 15. Dezember vorgelegt hat.
Danach erfolgt namentlich der Ausbau der erneuerbaren Energien ohne Wasserkraft zu langsam. Diese erzeugten 2024 insgesamt 8301 Gigawattstunden Strom, 10,9 Prozent der gesamten Nettoproduktion. Der Zielwert für 2035 beträgt 35‘000 Gigawattstunden. Dazu brauchte es einen Nettozuwachs von 2427 Gigawattstunden pro Jahr. Der Zuwachs 2024 betrug aber nur 1113 Gigawattstunden.
Das bisherige Wachstum geht vor allem auf das Konto der Solarenergie, die 71,8 Prozent zur erneuerbaren Stromproduktion ohne Wasserkraft beiträgt. Windenergie kommt auf einen Anteil von 2,1 Prozent. Geothermie fällt als Stromlieferant ganz aus. Die Abfallverbrennung liefert 13,2 Prozent, Holzfeuerungen 7,5 Prozent und Biogas 5,4 Prozent.
Der Ausbau der Wasserkraft liegt auf Kurs. Sie lieferte 2024 insgesamt 36‘901 Gigawattstunden und soll bis 2035 insgesamt 37‘900 Gigawattstunden erreichen. Dazu braucht es einen Nettozuwachs von jährlich 91 Gigawattstunden. Seit 2012 liegt das durchschnittliche Jahreswachstum bei 109 Gigawattstunden.
Der Endenergieverbrauch pro Kopf ist gesunken, aber nicht schnell genug. Er lag 2024 witterungsbereinigt 26,9 Prozent unter dem des Jahres 2000. Der Zielwert für 2035 liegt 43 Prozent unter dem von 2000. Dafür müsste er jährlich um 2,2 Prozent sinken. Der mittlere Rückgang in den vergangenen zehn Jahren lag bei 1,9 Prozent.
Fortschritte macht der Bericht etwa bei der Einführung von intelligenten Stromzählern aus. Deren Anteil lag 2024 bei 50,2 Prozent. Im Vorjahr waren es erst 38,6 Prozent gewesen. Bis Ende 2027 soll ihr Anteil auf 80 Prozent steigen. Sie bilden einen wichtigen Schritt hin zu intelligenten Netzen.
Die Auslandsabhängigkeit bei der Energieversorgung konnte reduziert werden. Der Anteil von Importen am Bruttoenergieverbrauch sank 2024 deutlich unter 70 Prozent und war damit so niedrig wie nie seit 2000. Dazu hat der Anstieg der Inlandproduktion ebenso beigetragen wie der Rückgang der Importe.
Der Bericht beschäftigt sich auch mit den Themenfeldern Netzentwicklung, Ausgaben und Preise, CO2-Ausstoss, Forschung und Technologie sowie Internationales. ce/ug