Universität Zürich forscht zur frühen Sprachentwicklung

23 Juli 2025 14:05

Partner

Innovation Zürich

Zürich - Frühchen hinken bei der Sprachentwicklung bereits in den ersten Lebensmonaten hinter termingebundenen Kindern her. Dies zeigt eine Publikation von Forschenden der Universität Zürich unter Erstautorin Miriam Löffler. Sie empfehlen eine gezielte Förderung der frühen Sprachentwicklung.

(CONNECT) Forschende der Universität Zürich (UZH) haben die Sprachentwicklung von frühgeborenen im Vergleich zu termingeborenen Kindern in den ersten 18 Lebensmonaten untersucht. Die Auswertung von 21 entsprechenden Studien mit insgesamt über 1800 Kindern habe gezeigt, dass die Frühchen bereits in dieser Phase durchschnittlich ein schwächeres Sprachverständnis und ein geringeres sprachliches Ausdrucksvermögen aufweisen, informiert die UZH in einer entsprechenden Mitteilung. Dabei haben die Forschenden beobachtet, dass das Sprachverständnis umso schwächer ausfiel, je früher der Geburtstermin und je geringer das Geburtsgewicht waren.

UZH-Forscherin und Studienerstautorin Miriam Löffler rät allerdings dazu, die Ergebnisse der Studie mit Vorsicht zu interpretieren, da die untersuchten Frühchen im Schnitt in der 30. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Rund drei Viertel aller Frühgeburten fielen hingegen in die 34. bis 37. Woche, schreibt die UZH. „In einer repräsentativeren Stichprobe wären die Unterschiede möglicherweise weniger stark ausgeprägt“, erläutert Löffler.

Nach Ansicht der Forschenden sollte die Sprachentwicklung in den ersten Lebensmonaten besonders bei Frühgeborenen im Rahmen von regulären Vorsorgeuntersuchungen gezielt erfasst werden. Zudem regen sie die Unterstützung durch rechtzeitige Förderangebote an. „Auch Eltern können viel zur Sprachentwicklung ihres Kindes beitragen“, meint Löffler. Die Entwicklungspsychologin rät ihnen, wichtige Grundlagen zu fördern, indem sie „von Anfang an mit ihrem Kind sprechen, auf seine Laute reagieren oder gemeinsam Bücher anschauen“. Bei Unsicherheiten sollten „frühzeitig Kinderärzt:innen oder Fachstellen zur Sprachförderung“ hinzugezogen werden. ce/hs

Meinungen

Ältere Ausgaben