Private Spender sagen 860 Millionen Euro für Zukunft des CERN zu
23 Dezember 2025 13:58
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(CONNECT) Erstmals will sich ein Konsortium von privaten Einzelpersonen und philanthropischen Stiftungen an einem Projekt der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Meyrin bei Genf beteiligen. Die Gruppe hat laut einer Mitteilung einen Betrag von rund 860 Millionen Euro oder 1 Milliarde Dollar zugesagt. Demnach zählen zu dieser Gruppe die Breakthrough Prize Foundation, Gianni Agnelli-Erbe und Unternehmer John Elkann, der kalifornische Eric and Wendy Schmidt Fund for Strategic Innovation sowie Iliad-Gründer und Salt-Besitzer Xavier Niel.
Am 31. März 2025 hatten das CERN und internationale Partner, insgesamt rund 1000 Fachleute, nach mehreren Jahren eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen, die sich mit der Zukunft des CERN befasst. Denn der aktuelle Large Hadron Collider (LHC) ist zwar der grösste und stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. Doch um seine Zukunft als weltweit grösstes Laboratorium der Teilchenphysik zu sichern, muss das CERN entscheiden, welcher Teilchenbeschleuniger in den 2040er Jahren die Nachfolge des LHC antreten soll.
Denn in seinem 27 Kilometer langen Ring konnte nach jahrzehntelanger Suche 2012 zwar das letzte fehlende Elementarteilchen, das Higgs-Boson, erzeugt und dokumentiert werden. Doch kann das seither vollständige Standardmodell der Teilchenphysik nicht ganz richtig sein: Es ist nicht imstande, Dinge wie Dunkle Materie im Kosmos zu erklären, oder warum Neutrinos Masse haben, obwohl sie laut Modell keine haben sollten.
Um auch bei der Lösung solcher Mysterien weiter vorzudringen, bräuchte es eine Urknallmaschine mit noch mehr Energie. Wenn die CERN-Mitgliedstaaten dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zustimmen, wäre der Future Circular Collider mit einem Umfang von knapp 91 Kilometern eines der aussergewöhnlichsten Instrumente, die jemals gebaut wurden, um die Gesetze des Universums sowie seine Struktur und Entwicklung auf der grundlegendsten Ebene zu untersuchen. Eine Entscheidung des CERN-Rates wird für etwa 2028 erwartet.
„Wir sind stolz darauf, die Schaffung des leistungsfähigsten wissenschaftlichen Instruments der Geschichte zu unterstützen“, wird Dr. S. Pete Worden, der Vorsitzende der Breakthrough Prize Foundation, zitiert. Es würde „der Menschheit grosse Fortschritte in ihrem Verständnis der Grundlagenphysik und des Universums ermöglichen“, betont CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti. Sie sei den potenziellen Spendern „zutiefst dankbar für ihre Grosszügigkeit, ihre Weitsicht und ihr unerschütterliches Engagement für Wissen und Forschung“. ce/mm