Lokales Wissen verbessert Schutzstrategien vernetzter Fischereien
12 Dezember 2025 13:05
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(CONNECT) Eine neue Studie vom Centre for Functional Ecology der Universität Coimbra zeigt, wie lokales Wissen und gemeinschaftliche Organisation zur Entwicklung effektiver Schutzstrategien für Fischereien des Pirarucu im Juruá-Flussbecken im westlichen brasilianischen Amazonasgebiet beigetragen haben. Die von Sérgio Timóteo geleitete Studie wurde im „Journal of Applied Ecology" veröffentlicht und zeigt, wie diese Strategien auch auf andere sozioökologische Systeme angewendet werden können.
Laut Sérgio Timóteo hat der lokale Schutz von Altwasserseen zur Erholung des einst vom Aussterben bedrohten Pirarucu, dem grössten Süsswasserfisch der Welt, beigetragen. „Die Auswahl der zu schützenden Seen erfolgt durch erfahrene einheimische Fischer, die auf über Generationen gesammeltes ökologisches Wissen über die saisonale Dynamik des Flusses und das Verhalten der Fische zurückgreifen“, erklärt Timóteo. „Dieses lokale Wissen wird mit regulatorischen Richtlinien kombiniert, die jährliche Fangquoten für die gemeinsam bewirtschafteten Seen festlegen und so die Nachhaltigkeit des Systems gewährleisten sowie illegale Fischerei verhindern.“
Um zu prüfen, ob die lokalen Entscheidungen die wirksamsten sind und die Ausweitung des Ansatzes im gesamten Amazonasgebiet zu unterstützen, entwickelten die Forschenden sechs alternative Szenarien für die gemeinsame Bewirtschaftung der Fischerei in der Region. „Die Ergebnisse waren beeindruckend“, so Timóteo. „Obwohl eine Strategie, die auf der Tragfähigkeit basiert, effizienter ist, erzielte das bestehende Co-Management-Modell sehr ähnliche Ergebnisse. Dies unterstreicht die Bedeutung und Zuverlässigkeit des Wissens lokaler Fischer.“
Die Studie liefert ein übertragbares Modell zur Bewertung von Strategien für das Fischereimanagement in verschiedenen Kontexten. Zudem bietet sie einen praktischen Leitfaden zur Integration von lokalem Wissen und ökologischer Modellierung. Damit könne die Nachhaltigkeit komplexer Ökosysteme weltweit gefördert werden. ce/nta