Lebensmittel enthalten zu viel Zucker, Fett oder Salz

10 May 2024 13:59

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Berlin/Karlsruhe - Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will mit einer nationalen Ernährungsstrategie bis 2025 gesündere Lebensmittel in den Regalen realisieren. Ein Zwischenbericht zeigt, dass Reduktionsbemühungen von Zucker, Fett und Salz nicht ausreichen.

Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will mit seiner Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI) den Gehalt dieser Anteile in verarbeiteten Lebensmitteln bis 2025 reduzieren. Ein am 25. April veröffentlichter zweiter NRI-Zwischenbericht des BMEL zeigt allerdings, „dass die Reduktionsbemühungen der Lebensmittelwirtschaft in den letzten Jahren teilweise nachgelassen haben oder zum Stillstand gekommen sind“, heisst es in einer Mitteilung.

Das Max-Rubner-Institut (MRI), welches das Produktmonitoring durchführte, habe in einigen Produktgruppen gar Erhöhungen der Energie- beziehungsweise Nährstoffgehalte festgestellt. „Eine gute und ausgewogene Ernährung wird schwierig, wenn in verarbeiteten Lebensmitteln viel Zucker, Salz oder Fett enthalten ist“, wird Ernährungsminister Cem Özdemir zitiert. Schlimmstenfalls trage ein hoher Konsum solcher Produkte zu Übergewicht und Adipositas sowie anderen ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Diabetes Typ 2 bei. „Darunter leiden die Betroffenen in erster Linie, aber auch uns als Gesellschaft kommt das teuer zu stehen.“

Damit Lebensmittel gesünder würden, habe das Ministerium das MRI beauftragt, wissenschaftlich unterlegte Reduktionsziele zu entwickeln. Die bisherigen Ansätze reichten noch nicht aus, um die Ziele der NRI zu erreichen. Bei gesüssten Quarkzubereitungen fand beispielsweise seit 2019 keine signifikante Änderung beim Zuckergehalt statt, ähnlich bei Milchprodukten in Kinderoptik. Bei Feingebäcken konnte zwischen 2016 und 2022 eine Zuckerreduktion um 7 Prozent nachgewiesen werden, dafür sei der Fettgehalt um gut 4,3 Prozent gestiegen. „Der zweite NRI-Zwischenbericht macht leider deutlich, dass die bisherigen Reformulierungen nicht ausreichen“, wird Özdemir weiter zitiert. „Diese objektive, wissenschaftlich fundierte Grundlage für weitere Reformulierungen wird mein Ministerium gegenüber der Lebensmittelwirtschaft einfordern. Wir alle tragen Verantwortung.“ ce/js

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