Klimawandel bleibt Schwerpunkt des Dialogs von Ethos mit kotierten Firmen

25 März 2026 11:54

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Lancy GE - Die Ethos Stiftung bilanziert für 2025 positive Effekte ihres Aktionärsdialogs mit kotierten Unternehmen. Demnach haben sich in der Schweiz weitere 14 Firmen wissenschaftlich validierte Emissionsziele gesetzt. Erheblichen Nachholbedarf sieht Ethos bei den Emissionen in der Wertschöpfungskette.

(CONNECT) Ethos hat 2025 insgesamt mehr als 1400 sogenannte Engagement-Aktivitäten durchgeführt. Sie gingen sowohl vom Ethos Engagement Pool (EEP) Schweiz als auch vom Ethos Engagement Pool International aus. Je 700 Aktivitäten entfielen einer Mitteilung zufolge auf die nationale und die internationale Ebene, meist in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Investoren. Insgesamt wurden mehr als 2000 Unternehmen anvisiert, um sie zu einer Verbesserung ihrer Praktiken hinsichtlich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zu bewegen. Rund 780 dieser Unternehmen sind im MSCI World Index vertreten und repräsentieren 80 Prozent der Marktkapitalisierung dieses Index.

Im Mittelpunkt der Engagement-Aktivitäten beider Pools standen 2025 insbesondere die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Verlust an Biodiversität. In diesem Bereich verbucht Ethos „gewisse Fortschritte“. So haben sich laut dem Jahresbericht des Ethos Engagement Pool Schweiz inzwischen 47 der 150 angesprochenen Schweizer Unternehmen wissenschaftlich validierte Ziele zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen (SBTi) gesetzt. Im Vorjahr waren es noch 33. Es seien jedoch noch „erhebliche Anstrengungen“ bezüglich der Scope-3-Emissionen, also der Emissionen aus der Wertschöpfungskette, notwendig, „die oft den grössten Teil der Klimabelastung von Unternehmen wie Nestlé oder Novartis ausmachen“.

Auch der Jahresbericht des Ethos Engagement Pool International zeigt den Klimawandel als Schwerpunkt des Dialogs. Ihm waren zehn Kampagnen gewidmet, die fast 1500 Unternehmen und 77 Prozent der absoluten Scope 1- und Scope 2-Emissionen des MSCI World-Index abdeckten. Seine konkreten Erwartungen an Unternehmen hinsichtlich Biodiversität und Auswirkungen auf die Natur formulierte Ethos in einem Engagement Paper. Ausserdem beteiligten sich die Mitglieder beider Pools an der internationalen Kampagne Nature Action 100. Sie sollte 100 Unternehmen, darunter Nestlé, Novartis und Roche, für die finanziellen Risiken im Zusammenhang mit dem Rückgang der Ökosystemleistungen sensibilisieren.

„In einer Zeit, da die Transparenz in Umweltfragen und die Diversitätsprogramme insbesondere auf Initiative der amerikanischen Regierung wiederholt attackiert wurden, zeigen die von den EEPs Schweiz und International erzielten Fortschritte, dass der Aktionärsdialog wichtiger denn je ist“, wird Ethos-Direktor Vincent Kaufmann in der Mitteilung zitiert. „Für uns ist dies keine Frage der Ideologie, sondern eine pragmatische Strategie, um das Rentenkapital der Versicherten vor den Systemrisiken Klimawandel, soziale Ungleichheiten sowie schlechten Praktiken in der Unternehmensführung zu schützen.“ ce/mm

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