Klimawandel bedroht Süsswassersysteme

08 May 2024 12:10

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Innovation Zürich

Zürich - Viele Süsswasserbakterien können sich nur begrenzt an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Dies haben Forschende der Universität Zürich herausgefunden. Der Klimawandel stellt daher eine starke Bedrohung für Süsswassersysteme wie Seen dar.

Süsswasserseen mit ihrer mikrobiellen Aktivität spielen eine wesentliche Rolle für Ökosysteme und im globalen Kohlenstoffkreislauf, erläutert die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung. Eine Forschungsgruppe am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der UZH hat die mikrobiellen Gemeinschaften in drei Schweizer und zwei tschechischen Seen untersucht. „Für die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen und die nachhaltige Bewirtschaftung von Ressourcen ist es entscheidend, wie sich die Bakterienarten in Süsswasserseen an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen“, wird Forschungsgruppenleiter Adrian-Stefan Andrei in der Mitteilung zitiert.

Die Forschenden haben festgestellt, dass sich viele Süsswasserbakterien nur begrenzt an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen können. „Unsere Ergebnisse zeigen überraschenderweise, dass Süsswasserbakterien, die über ein kleines Genom verfügen, oft längere Phasen des adaptiven Stillstands durchlaufen“, erklärt Andrei. Solche Bakterien weisen nur eine geringe Variation in den Genen auf, welche die Baupläne für Proteine enthalten, die für die Erkennung von Umweltreizen zuständig sind. Sie haben daher nur geringe Möglichkeiten, neue genetische Variationen zu erproben, um sich an Veränderungen anzupassen.

Für die Forschenden ist ein besseres Verständnis der mikrobiellen Gemeinschaften in Seen Voraussetzung, um die überlebenswichtigen Süsswassersysteme bewahren zu können. „Wir müssen uns mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzen“, meint Andrei. „Sie sind eine erhebliche Bedrohung für die Süsswasserlebensräume, die besonders anfällig für anthropogene Veränderungen sind.“ ce/hs

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