Interpharma warnt vor fehlenden Medikamenten in der Schweiz
19 Juni 2025 14:39
Partner
(CONNECT) Interpharma beklagt, dass die Schweiz weiter an Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten verliere. In einer Medienmitteilung führt sie dafür als aktuellen Beleg den im Mai 2025 veröffentlichten EFPIA W.A.I.T. Indicator 2024 von IQVIA, einem der grössten Auftragsforschungsinstituten weltweit, an.
Demnach fällt die Schweiz beim Zugang zu neuen Medikamenten im europäischen Vergleich um einen weiteren Rang auf Platz 7 zurück. Als „besonders alarmierend" bewertet der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, „dass nur rund halb so viele neue innovative Medikamente standardmässig über die Spezialitätenliste vergütet werden wie in Deutschland – Tendenz sinkend“.
Laut Studienautor Meikel Ens von IQVIA bedeutet dies, dass von den neuen Medikamenten, die zwischen 2020 und 2023 durch die Europäische Arzneimittelagentur zugelassen wurden, nur rund 52 Prozent für alle Patientinnen und Patienten gleichberechtigt zugänglich sind. Besonders betroffen ist der Studie zufolge die Onkologie: Hier fiel die Schweiz von Rang 2 auf Rang 5 zurück. Bei Medikamenten gegen seltene Krankheiten ist in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland sogar nur rund ein Drittel vergütet und damit allgemein zugänglich.
Daraus folgert sein CEO René Buholzer: „Im aktuellen geopolitischen Umfeld und insbesondere mit den Entwicklungen aus den USA braucht es dringend eine Denkpause bei der Umsetzung von Regulierungsprojekten und eine ganzheitliche Modernisierung des Preisbildungssystems.“ Ohne Reformen, so Interpharma, „wird der kleine Schweizer Markt weiter an Attraktivität verlieren, was die Versorgung von Patienten und Patientinnen gefährdet“. Die Vorschläge der Industrie lägen seit Langem auf dem Tisch. ce/mm