Innenentwicklung kann Wohnraum für bis zu 2 Millionen Menschen schaffen

03 Oktober 2025 11:42

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Zürich - Eine Sotomo-Studie im Auftrag der Urbanistica-Denkfabrik für Siedlungsentwicklung zeigt, dass durch qualitätsvolle Innenentwicklung neuer Wohnraum für 2 Millionen Menschen geschaffen werden kann. Gerade einmal 30 Prozent der bestehenden Siedlungsfläche müssten dafür nach innen entwickelt werden.

(CONNECT) Das Sotomo-Gemeinderanking Potenziale Innenentwicklung im Auftrag von Urbanistica hat untersucht, wo und wie in der Schweiz Siedlungsräume qualitätsvoll und nachhaltig entwickelt werden können. Die Ergebnisse der empirischen Analyse zeigen laut einer Medienmitteilung: mit einer qualitätsvollen Innenentwicklung von nur 30 Prozent der heutigen Siedlungsfläche kann neuer Wohnraum für 2 Millionen Menschen geschaffen werden und die gegebene Wohnungsnot entscheidend gemildert werden. Dafür müssen 8 Prozent der bestehenden Fläche substanziell und 22 Prozent moderat entwickelt werden.

Massgebliche Kriterien sind dabei die ÖV-Erschliessung der Gemeinden und die Nutzungsdichte, also die Anzahl Bewohnende und Beschäftigte pro Flächeneinheit. Dabei weisen vor allem Grossstädte wie Bern, Basel, Zürich oder Genf aufgrund der fortgeschrittenen ÖV-Entwicklung noch erhebliche Reserven auf. Das grösste Innenentwicklungspotenzial sei allerdings in den Agglomerationsgemeinden zu finden, heisst es: diese profitieren von der ÖV-Infrastruktur der nahegelegenen Zentren und haben ihre baulichen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Die Zürcher Gemeinde Schwerzenbach führt das Potenzialranking an, gefolgt unter anderem von den Genfer Gemeinden Vernier, Pregny-Chambésy und Meyrin.

Das ergänzende Gemeinderanking Handlungsbedarf Qualitäten zeigt dabei für jede Gemeinde ihr qualitatives Potenzial in sechs Dimensionen auf: Nahversorgung, Nutzung Bauvolumen, Nutzungsmix, Ruhe, Durchgrünung und Naherholung. Die Erfüllung dieser Qualitäten ist für Verdichtungsprojekte essentiell, da nur durch Qualitätsverbesserungen die gesellschaftliche Akzeptanz für Innenentwicklung steige.

Generell sei die Haltung des Stimmvolkes seit der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes (RPG) 2013 klar, so die Mitteilung: um die Wohnungsnot und Verkehrsüberlastung zu mindern, soll nicht weiter zersiedelt werden, sondern Innenentwicklung als Gegenmittel eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Sotomo-Studie sollen daher künftig als datenbasierte Orientierungshilfe einen fakten- und zahlenbasierten Diskurs über die Thematik ermöglichen. ce/ja

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