Hongkong überholt Schweiz bei grenzüberschreitender Vermögensverwaltung
27 Mai 2026 14:31
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(CONNECT) Die Gewichte in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung verschieben sich. Das zeigt der Global Wealth Report 2026 der Boston Consulting Group (BCG). Laut dem Bericht der Unternehmensberatung mit Hauptsitz in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts ist Hongkong neu das wichtigste Zentrum der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung in der Welt und hat damit die Schweiz überholt. Auch Singapur als derzeitige Nummer drei ist der Schweiz auf den Fersen.
In Hongkong wurden 2025 insgesamt 2,9 Billionen Dollar an Vermögen von ausserhalb der chinesischen Sonderverwaltungszone verwaltet. Das waren 284 Milliarden mehr als noch im Jahr zuvor, ein Zuwachs von 10,7 Prozent. In der Schweiz wurden ebenfalls 2,9 Billionen Dollar verwaltet, aber nur 270 Milliarden mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs betrug nur 7,6 Prozent. Damit lag sie deutlich unter dem Anstieg des globalen Finanzvermögens von 10,7 Prozent.
Die BCG rechnet für die Jahre bis 2030 mit einem deutlich stärkeren Wachstum in Hongkong von 9 Prozent auf 4,6 Billionen Dollar. In der Schweiz dürfte der Anstieg im Durchschnitt nur 6 Prozent betragen und 4,0 Billionen 2030 erreichen.
Der Zuwachs wird in Hongkong vom Zugang zum chinesischen Markt getrieben. So stammten 2025 bereits 59 Prozent aller in Hongkong verwalteten ausländischen Vermögen aus der Volksrepublik. 2030 dürften es bereits 68 Prozent sein. Die Schweiz stagniert dagegen in ihrem Heimmarkt Europa. Von dort stammen 2025 nur 39 Prozent der verwalteten ausländischen Vermögen, 2030 sollten es 40 Prozent sein. Nur im Mittleren Osten wachsen Schweizer Vermögensverwalter noch. Von dort stammen bereits 21 Prozent der in der Schweiz verwalteten ausländischen Vermögen, 2030 sollten es 23 Prozent sein.
Auch Singapur ist der Schweiz auf den Fersen. Dort wuchsen die ausländischen Vermögen von 2024 auf 2025 um 10,3 Prozent auf 2,1 Billionen Dollar. 2030 dürften es bereits 3,3 Billionen sein.
Ein Trost für die Schweiz: Auch andere traditionelle globale Finanzzentren wie die USA, Grossbritannien, Luxemburg oder die englischen Kanalinseln wachsen nur um 5 bis 6 Prozent. ce/ug
