Greenpeace kritisiert Abhängigkeit Schweizer Kernkraftwerke von Russland
29 Mai 2026 14:40
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(CONNECT) Die Lieferketten der Schweizer Kernkraftwerke laufen teilweise immer noch über Russland. Die Schweiz sei auch vier Jahre nach dem Beginn des Ukrainekrieges von Russland abhängig, schreibt Greenpeace Schweiz in einer Analyse.
So laufen die beiden Axpo-Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 bis zu ihrem Abschalten 2032 und 2033 noch mit russischem Uran. Der Brennstoff wird von einem Tochterunternehmen der französischen Framatome im deutschen Standort Lingen aus russischem Uran gefertigt.
Für ihr Kernkraftwerk Leibstadt bezieht die Axpo ihren Brennstoff neu aus Kasachstan statt aus Russland. Allerdings will sie laut Greenpeace nicht sagen, aus welchen Bergwerken in Kasachstan das Uran stammt. An mehreren Bergwerken sind russische Unternehmen beteiligt. Axpo legt laut Greenpeace auch nicht offen, in welchen Konversionsanlagen das Urankonzentrat aus Kasachstan aufbereitet wird. Am wahrscheinlichsten seien Anlagen in Kanada und Frankreich, so Greenpeace. Aber die Lieferwege laufen weiter über Russland.
Damit bleibt die Schweiz laut Greenpeace weiter vom staatlichen russischen Atomkonzern Rosatom abhängig, so Greenpeace. „Die Realität der Atomindustrie in der Schweiz ist: Trotz der Erklärungen der Axpo sind wir für das in unseren AKW verwendete Uran weiterhin von Russland abhängig“, wird Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz, in einer Mitteilung zur Analyse zitiert. „Die Atomenergie treibt uns in die Fänge Russlands, statt uns von Putin zu befreien.“
Axpo hatte im Februar 2025 mitgeteilt, neue Verträge zur Brennstofflieferung geschlossen zu haben, um „die Lieferanten zu diversifizieren und auf russische Lieferanten in der ganzen Lieferkette zu verzichten“. Axpo kaufe ab 2026 „bei den Marktführern für den westlichen Markt ein“. Für Leibstadt und Beznau sei sie „aufgrund von Reserven seit 2022 nicht mehr auf russische Quellen angewiesen“. ce/ug