Forschende der Universität Edinburgh entwickeln Parkinson-Medikament aus Plastik

20 März 2026 12:16

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Edinburgh - Forschende der Universität Edinburgh haben ein Verfahren entwickelt, welches Plastik in ein Medikament gegen Parkinson umwandelt. Mithilfe von E. coli-Bakterien kann PET in L-DOPA umgewandelt werden, welches Symptome wie Verlangsamung, Steifheit und Zittern lindert.

(CONNECT) Hersteller produzieren jährlich rund 50 Millionen Tonnen Polyethylenterephthalat (PET), ein gängiges Material für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen. Gleichzeitig leben schätzungsweise über 10 Millionen Menschen weltweit mit Parkinson. Forschende der Universität Edinburgh versuchen nun ein zirkuläres Verfahren zu entwickeln, welches PET-Abfällen einen Mehrwert verleiht und gleichzeitig diese Krankheit bekämpft, heisst es in einer Mitteilung.

In ihrer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Nature Sustainability“ beschreiben Stephen Wallace, Professor für chemische Biotechnologie, und seine Kollegen, wie E. coli-Bakterien PET in Terephthalsäure abbauen. Diese kann wiederum durch eine Reihe biologischer Reaktionen zu dem Medikament L-DOPA umgewandelt werden. Dieses Verfahren ist nachhaltiger und verursacht deutlich weniger Emissionen als die herkömmliche pharmazeutische Herstellung. Die Forschung trägt zudem zum Ziel der Universität bei, bis 2040 klimaneutral zu werden.

„Das fühlt sich erst wie der Anfang an. Wenn wir aus einer Plastikflasche Medikamente gegen neurologische Erkrankungen herstellen können, ist es spannend, sich vorzustellen, was diese Technologie noch weiter leisten kann“, so Wallace in der Mitteilung. „Plastikmüll wird oft als Umweltproblem betrachtet, stellt aber auch eine riesige, bisher ungenutzte Kohlenstoffquelle dar.“

Wallace und seine Koautoren führten ihre Forschung im 18,6 Millionen Dollar teuren Carbon-Loop Sustainable Biomanufacturing Hub in Edinburgh durch.

„Diese Forschung zeigt das enorme Potenzial der Biotechnologie, einige der dringendsten gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen“, erklärt Charlotte Deane, Executive Chair des Engineering and Physical Sciences Research Council, der den Carbon-Loop Hub mitfinanziert hat. ce/jd

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